Auswirkungen von neuen Rechnungs­legungs­standards

Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Folgenden wird detailliert auf die neuen Standards eingegangen, deren erstmalige Anwendung wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hatte.

Zum 1. Januar 2018 wurden IFRS 9 (Financial Instruments) und IFRS 15 (Revenue from Contracts with Customers) erstmals angewendet. Im Folgenden werden die Effekte angegeben, wie sie aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 und IFRS 15 resultieren.

IFRS 9 ist der neue Standard zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten, der die bisherigen Regelungen des IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement) ersetzt und den Bayer modifiziert retrospektiv ohne Änderung der Vorjahreszahlen zum 1. Januar 2018 erstmals angewendet hat. Umstellungseffekte zum Erstanwendungszeitpunkt wurden kumulativ im Eigenkapital erfasst, und die Vergleichsperiode wird in Einklang mit bisherigen Regelungen dargestellt.

Die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 9 und IFRS 15 auf die Gewinnrücklagen und die Marktbewertung Wertpapiere / Eigenkapitalinstrumente sind im Folgenden dargestellt:

Überleitung Gewinnrücklagen IFRS 9 und IFRS 15

 

 

in Mio. €

Gewinnrücklagen inkl. Konzernergebnis 31. Dezember 2017

 

26.851

Effekte aus IFRS 9

 

−43

Effekte aus IFRS 15

 

86

Gewinnrücklagen inkl. Konzernergebnis 1. Januar 2018

 

26.894

Überleitung Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente

 

 

in Mio. €

Marktbewertung Wertpapiere 31. Dezember 2017

 

98

Umgliederungen in die Gewinnrücklagen

 

−37

Umbewertungen aufgrund von Änderung in der Bewertungskategorie

 

11

Latente Steuern

 

9

Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente 1. Januar 2018

 

81

IFRS 9 führt neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten ein und ersetzt die derzeitigen Regelungen zur Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten. Der neue Standard erfordert eine geänderte Bilanzierung der Effekte aus der Veränderung des eigenen Kreditrisikos für zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Verpflichtungen und ändert die Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Darüber hinaus bleiben die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Verpflichtungen weitgehend unverändert zu den derzeitigen Regelungen.

Nach IFRS 9 bestimmen sich die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten nach dem Geschäftsmodell des Unternehmens und den Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts. Für zum 1. Januar 2018 gehaltene Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, hat Bayer einheitlich das Wahlrecht ausgeübt, zukünftige Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung zu erfassen und diese damit bei Abgang des Finanzinstruments im Eigenkapital zu belassen. Dieses Wahlrecht kann grundsätzlich auf Basis des einzelnen Instruments bei dessen Zugang unwiderruflich ausgeübt werden. Der Anfang Mai 2018 vom Bayer Pension Trust erworbene 6,8 %-Anteil an Covestro zur Bedienung der im Jahr 2020 fälligen Umtauschanleihe wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Zum Erstanwendungszeitpunkt ergaben sich Umklassifizierungen im Wesentlichen aufgrund der Charakteristika der Zahlungsströme von Fondsanteilen, von Beteiligungen an Limited Partnerships und von den von der Bayer Pensionskasse VVaG gewährten Gründungsstockdarlehen und des Genussrechtskapitals. Diese Finanzinstrumente wurden bislang in der Kategorie Available for Sale mit Erfassung von Zeitwertänderungen im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen und sind nunmehr als Schuldinstrumente klassifiziert, deren Zeitwertänderungen erfolgswirksam erfasst werden.

Aus der geänderten Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten haben sich die folgenden Auswirkungen zum Zeitpunkt der Erstanwendung ergeben:

Überleitung der finanziellen Vermögenswerte von IAS 39 auf IFRS 9

 

 

Buchwert 31.12.2017 (IAS 39)

 

Umgliede­rungen

 

Effekt aus Änderung in der Bewertungs­kategorie

 

Effekt aus Wertminde- rungsmodell

 

Buchwert 01.01.2018 (IFRS 9)

 

Bewertungs­kategorie (IFRS 9)2

Bewertungskategorie (IAS 39)1

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

 

1

AfS: Available for Sale (zur Veräußerung verfügbar; zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral)
HtM: Held to Maturity (bis zur Endfälligkeit zu halten; zu fortgeführten Anschaffungskosten)
LaR: Loans and Receivables (Ausleihungen und Forderungen; zu fortgeführten Anschaffungskosten)

2

AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten)
FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral)
FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam)

Forderungen LuL

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

8.582

 

 

 

 

 

−93

 

8.489

 

AC

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

1.731

 

 

 

 

 

 

 

1.731

 

AC

AfS-Schuldtitel

 

34

 

 

 

 

 

 

 

34

 

AC

HtM

 

57

 

 

 

 

 

 

 

57

 

AC

AfS-Eigenkapitaltitel zu fortgeführten Anschaffungskosten

 

35

 

 

 

11

 

 

 

46

 

FVTOCI (kein Recycling)

AfS-Eigenkapitaltitel

 

191

 

 

 

 

 

 

 

191

 

FVTOCI (kein Recycling)

AfS-Eigenkapitaltitel

 

39

 

 

 

 

 

 

 

39

 

FVTPL (Schuldtitel)

AfS-Schuldtitel

 

2.429

 

145

 

 

 

 

 

2.574

 

FVTPL

Derivate

 

647

 

 

 

 

 

 

 

647

 

Derivate

Sonstige Forderungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

380

 

 

 

 

 

−4

 

376

 

AC

AfS-Schuldtitel

 

46

 

 

 

 

 

 

 

46

 

FVTPL

Zahlungsmittel / -äquivalente

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

7.581

 

−145

 

 

 

−1

 

7.435

 

AC

Finanzielle Vermögenswerte, gesamt

 

21.752

 

0

0

11

 

−98

 

21.665

 

 

Für die finanziellen Verbindlichkeiten haben sich keine Auswirkungen ergeben.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 9 auf die Gewinnrücklagen und das sonstige Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung aufgegliedert nach Bewertungskategorien:

Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 9 auf die Gewinnrücklagen und das sonstige Ergebnis

 

 

Bewertungskategorie (IFRS 9)1

 

Gewinnrücklagen Effekt zum 01.01.2018

 

Sonstiges Ergebnis Effekt zum 01.01.2018

Bewertungskategorie (IAS 39)1

 

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

1

Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Kapitel „Auswirkungen von neuen Rechnungs­legungs­standards“, Tabelle „Überleitung der finanziellen Vermögenswerte von IAS 39 auf IFRS 9“

Forderungen LuL

 

 

 

 

 

 

LaR

 

AC

 

−93

 

 

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

 

 

AfS-Eigenkapitaltitel zu fortgeführten Anschaffungskosten

 

FVTOCI (kein Recycling)

 

 

 

11

AfS-Eigenkapitaltitel

 

FVTPL (Schuldtitel)

 

10

 

−10

AfS-Schuldtitel

 

FVTPL

 

36

 

−36

Sonstige Forderungen

 

 

 

 

 

 

LaR

 

AC

 

−4

 

 

AfS-Schuldtitel

 

FVTPL

 

−9

 

9

Zahlungsmittel / -äquivalente

 

 

 

 

 

 

LaR

 

AC

 

−1

 

 

Finanzielle Vermögenswerte, gesamt

 

 

 

−61

 

−26

Die nachstehende Tabelle zeigt die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 9 auf die auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3), deren Entwicklung im Jahr 2018 in Tabelle „Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3)“ dargestellt wird.

Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte (Stufe 3) von IAS 39 auf IFRS 9

 

 

Buchwert 31.12.2017 (IAS 39)

 

Umgliederungen aufgrund von Änderung in der Fair-Value-Hierarchie

 

Umbewertungen aufgrund von Änderung in der Bewertungs- kategorie

 

Buchwert 01.01.2018 (IFRS 9)

 

Bewertungs-kategorie (IFRS 9)1

Bewertungskategorie (IAS 39)1

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

 

1

Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Kapitel „Auswirkungen von neuen Rechnungs­legungs­standards, Tabelle „Überleitung der finanziellen Vermögenswerte von IAS 39 auf IFRS 9“

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AfS-Eigenkapitaltitel zu fortgeführten Anschaffungskosten

 

 

 

35

 

11

 

46

 

FVTOCI (kein Recycling)

AfS-Eigenkapitaltitel

 

18

 

4

 

 

 

22

 

FVTOCI (kein Recycling)

AfS-Eigenkapitaltitel

 

18

 

 

 

 

 

18

 

FVTPL (Schuldtitel)

AfS-Schuldtitel

 

757

 

 

 

 

 

757

 

FVTPL

Derivate

 

10

 

 

 

 

 

10

 

Derivate

Sonstige Forderungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AfS-Schuldtitel

 

46

 

 

 

 

 

46

 

FVTPL

Finanzielle Vermögenswerte, gesamt

 

849

 

39

 

11

 

899

 

 

Die Effekte aus der Erhöhung der bilanziellen Vorsorge aus der Erstanwendung des neuen Wertminderungsmodells sind in nachfolgender Tabelle dargestellt1:

1 Zur Ermittlung der Wertminderungen siehe „Finanzielle Vermögenswerte“.

Überleitung der Wertberichtigungen

 

 

Kumulierte Wert-berichtigungen 31.12.2017 (IAS 39)

 

Effekt aus Wertminderungs- modell (IFRS 9)

 

Kumulierte Wert-berichtigungen 01.01.2018 (IFRS 9)

 

Bewertungs- kategorie (IFRS 9)1

Bewertungskategorie (IAS 39)1

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

 

1

Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Kapitel „Auswirkungen von neuen Rechnungs­legungs­standards, Tabelle „Überleitung der finanziellen Vermögenswerte von IAS 39 auf IFRS 9“

Forderungen LuL

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

−425

 

−93

 

−518

 

AC

Sonstige Forderungen

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

−3

 

−4

 

−7

 

AC

Zahlungsmittel / -äquivalente

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

 

 

−1

 

−1

 

AC

Gesamt

 

−428

 

−98

 

−526

 

 

Die aus dem eigenen Kreditrisiko resultierenden Zeitwertveränderungen von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden nunmehr im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung und nicht mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Diese Änderung betrifft bei Bayer insbesondere die im Juni 2017 begebenen Schuldverschreibungen (Umtauschanleihen), welche auch in Covestro-Aktien umgetauscht werden können. Hieraus ergaben sich zum Umstellungszeitpunkt keine wesentlichen Effekte.

Für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen hat Bayer von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, die Vorschriften von IFRS 9 ab 1. Januar 2018 prospektiv anzuwenden. Wenn nur der innere Wert einer Option als Sicherungsinstrument in einer Sicherungsbeziehung designiert wird, sieht IFRS 9 vor, dass Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Zeitwertkomponente von Optionen über die Laufzeit der Sicherungsbeziehung zunächst im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung erfasst werden. Die Auflösung der darin kumulierten Beträge entweder in Form eines Basis Adjustment oder einer direkten erfolgswirksamen Erfassung hängt von der Art der abgesicherten Transaktion ab. Die geänderte Bilanzierungsmethode ist – im Gegensatz zu den übrigen Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen – retrospektiv anzuwenden. Zum Umstellungszeitpunkt hatten diese Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im Oktober 2017 veröffentlichte das IASB die Änderung „Prepayment Features with Negative Compensation“ an IFRS 9 (Financial Instruments). Darüber hinaus erfolgte eine Klarstellung zur Modifikation von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht zur Ausbuchung führen. Für diese nicht substanziellen Modifikationen sind Modifikationsgewinne oder -verluste, inkl. der Kosten der Modifikation, unmittelbar erfolgswirksam zu erfassen. Diese Änderung zu IFRS 9 ist verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden. Mangels vergangener nicht substanzieller Modifikationen von Verbindlichkeiten hatte diese Änderung keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Für das im Juni 2018 eröffnete Anleihenumtauschprogramm für die übernommenen Monsanto-Anleihen im Rahmen des Monsanto-Erwerbs, bei dem es sich um eine nicht substanzielle Modifikation handelt, wurden Aufwendungen in Höhe von 13 Mio. € im 2. Quartal 2018 aufwandswirksam erfasst.

Durch IFRS 15 wurde ein fünfstufiges Modell zur Erlöserfassung aus Kundenverträgen eingeführt. Hiernach sind diejenigen Beträge als Umsatzerlöse zu erfassen, die ein Unternehmen als Gegenleistung für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen an einen Kunden zu erwarten hat. Die Umsatzrealisation erfolgt, wenn (oder sobald) die Verfügungsgewalt über Waren oder Dienstleistungen entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt an einen Kunden übertragen wurde. Darüber hinaus konkretisiert IFRS 15 die Zuordnung von einzelnen Sachverhalten zu (neuen) Bilanzpositionen, einzelnen Funktionskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung und deren Brutto- versus Nettodarstellung.

Bayer hat IFRS 15 auf Basis der modifizierten retrospektiven Methode eingeführt, sodass sämtliche Umstellungseffekte zum 1. Januar 2018 kumulativ in den Gewinnrücklagen erfasst wurden und die Vergleichsperiode in Einklang mit bisherigen Regelungen dargestellt wird. Bayer hat entschieden, den Standard rückwirkend ausschließlich auf Verträge anzuwenden, die zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung keine erfüllten Verträge sind, und zudem die Auswirkungen aller Vertragsänderungen, die vor dem Stichtag der erstmaligen Anwendung erfolgt sind, gemäß IFRS 15.C7A(b) in aggregierter Form wiederzugeben.

Die Anwendung von IFRS 15 hat zu den folgenden Effekten geführt:

Änderung des Realisationszeitpunkts

  • IFRS 15 sieht eine rückwirkende Anpassung der Umsatzerlöse vor, sobald Meilensteinzahlungen im Rahmen von Auslizenzierungen von Zugangsrechten keinen Beschränkungen mehr unterliegen, und bedingt somit eine frühere Umsatzerfassung. Diese Änderung hat zum 1. Januar 2018 zu einem Anstieg der Gewinnrücklagen um 64 Mio. € nach latenten Steuern und einem Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten (unter IAS 18 als Abgrenzungsposten in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen) um 86 Mio. € geführt. Für das Segment Pharmaceuticals fällt der Umsatz deshalb nach Einführung des IFRS 15 im Vergleich zu IAS 18 im Geschäftsjahr um 10 Mio. € geringer aus. Hieraus ergibt sich im Vergleich eine Minderung der latenten Steueraufwendungen im Geschäftsjahr um 4 Mio. €.
  • Für die Desinvestition einer Marke sieht IFRS 15 in Verbindung mit IAS 38 (Intangible Assets) grundsätzlich die Erfassung des Kaufpreises abzüglich der Restbuchwerte in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt vor. Es wurden einige Fälle identifiziert, in denen der Kaufpreis gemäß den bisherigen Bilanzierungsgrundsätzen in Einklang mit IAS 18 abgegrenzt wurde, nach IFRS 15 jedoch zu einem früheren Zeitpunkt im Ergebnis anzusetzen gewesen wäre. Zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 15 wurden daher ein Anstieg der Gewinnrücklagen um 21 Mio. € nach latenten Steuern und ein Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten (unter IAS 18 als Abgrenzungsposten in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen) um 27 Mio. € erfasst. Für die Segmente Pharmaceuticals und Animal Health fällt in der Folge der Umsatz nach Einführung des IFRS 15 im Vergleich zu IAS 18 im Geschäftsjahr in Summe um 40 Mio. € geringer aus. Hieraus ergibt sich im Vergleich eine Minderung der latenten Steueraufwendungen im Geschäftsjahr um 7 Mio. €.
  • Aus der Änderung des Realisationszeitpunkts resultiert unter Einschluss der einzeln beschriebenen Effekte insgesamt ein um 28 Mio. € geringeres Geschäftsjahresergebnis im Vergleich zu einer Umsatzerfassung nach IAS 18. Diese Ergebniswirkungen beziehen sich auf den Bayer-Konzern vor Erstkonsolidierung des ehemaligen Monsanto-Konzerns, dessen Finanzinformationen der Vergleichsperioden nach US-amerikanischen Rechnungslegungsnormen erstellt wurden und daher keinen angemessenen Vergleich mit nach IAS 18 ermittelten Umsatzerlösen ermöglichen.

Ausweisänderungen

Um der Methodik von IFRS 15 zu entsprechen, hat Bayer zudem die Darstellung bestimmter Sachverhalte in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung angepasst.

  • IFRS 15 sieht in der Bilanz eine Bruttodarstellung erwarteter Produktretouren für die Fälle vor, in denen davon ausgegangen wird, dass retournierte Produkte wiederverkauft werden können und Bayer den Kaufpreis erstatten wird. Die hieraus resultierenden Vermögenswerte aus erwarteten Produktretouren werden in Höhe der vorherigen Buchwerte ggf. abzüglich etwaiger Rückerlangungskosten und potenzieller Wertminderungen in den Vorräten ausgewiesen. Die aus der Bruttodarstellung resultierenden Rückerstattungsverbindlichkeiten enthalten die geschätzten Beträge, die bei Produktrückgabe voraussichtlich zu erstatten sind. Vor Anwendung von IFRS 15 hat Bayer erwartete Produktretouren netto in Höhe der Marge in den anderen Rückstellungen ausgewiesen. Im Rahmen der Kapitalflussrechnung steht daher der mit IFRS 15 zu verzeichnenden Erhöhung der Vorräte eine Minderung des übrigen Nettovermögens gegenüber.
  • Bereits erhaltene (oder zu erhaltende) Beträge, die dem Kunden voraussichtlich zurückzuerstatten sind, werden gemäß IFRS 15 als Rückerstattungsverbindlichkeiten ausgewiesen. Diese Beträge beziehen sich in der Regel auf erwartete Mengenrabatte und erwartete Produktretouren und wurden zuvor unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen.
  • Erhaltene (oder zu erhaltende) Anzahlungen im Zusammenhang mit Produktlieferungen wurden zuvor in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfasst. Erhaltene (oder zu erhaltende) Anzahlungen aus der Auslizenzierung von Zugangsrechten und Dienstleistungsverträgen, die über einen Zeitraum erfasst werden, wurden zuvor als Abgrenzungsposten in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Mit der Einführung von IFRS 15 werden beide als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Innerhalb der Kapitalflussrechnung steht der aus der Ausweisänderung resultierenden Minderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen eine entsprechende Veränderung des übrigen Nettovermögens gegenüber.

Die Effekte aus der Anwendung der modifizierten retrospektiven Methode auf die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2018 sind folgender Tabelle zu entnehmen.

IFRS 15 Bilanzierungsänderungen Konzernbilanz zum 1. Januar 2018

 

 

31.12.2017

 

 

 

 

 

01.01.2018

 

 

Vor Bilanzierungs-änderungen

 

Ausweis-änderungen

 

Änderung des Realisations-zeitpunkts

 

Nach Bilanzierungs-änderungen

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

Latente Steuern

 

4.915

 

 

 

−5

 

4.910

Vorräte

 

6.550

 

76

 

 

 

6.626

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige Rücklagen

 

25.026

 

 

 

86

 

25.112

Andere Rückstellungen (langfristig)

 

1.366

 

−152

 

 

 

1.214

Rückerstattungsverbindlichkeit (langfristig)

 

 

152

 

 

 

152

Vertragsverbindlichkeit (langfristig)

 

 

905

 

−78

 

827

Sonstige Verbindlichkeiten (langfristig)

 

1.116

 

−905

 

 

 

211

Latente Steuern

 

1.153

 

 

 

24

 

1.177

Andere Rückstellungen (kurzfristig)

 

4.344

 

−2.197

 

 

 

2.147

Rückerstattungsverbindlichkeiten (kurzfristig)

 

 

2.275

 

 

 

2.275

Vertragsverbindlichkeiten (kurzfristig)

 

 

740

 

−37

 

703

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

5.129

 

−561

 

 

 

4.568

Sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig)

 

1.652

 

−181

 

 

 

1.471

Unter Einschluss des ehemaligen Monsanto-Konzerns werden in folgender Tabelle die Auswirkungen auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018 dargestellt, soweit sie die veränderten Ausweisvorschriften von IFRS 15 im Vergleich zu IAS 18 betreffen.

Überleitung von IFRS 15 zu IAS 18 für Ausweisänderungen: Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018

 

 

IFRS 15
31.12.2018

 

Ausweis- änderungen

 

IAS 18
31.12.2018

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

Vorräte

 

10.961

 

−85

 

10.876

 

 

 

 

 

 

 

Andere Rückstellungen (langfristig)

 

3.347

 

167

 

3.514

Rückerstattungsverbindlichkeit (langfristig)

 

167

 

−167

 

Vertragsverbindlichkeit (langfristig)

 

986

 

−986

 

Sonstige Verbindlichkeiten (langfristig)

 

349

 

852

 

1.201

Andere Rückstellungen (kurzfristig)

 

3.686

 

3.537

 

7.223

Rückerstattungsverbindlichkeiten (kurzfristig)

 

3.622

 

−3.622

 

Vertragsverbindlichkeiten (kurzfristig)

 

3.235

 

−3.235

 

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

5.414

 

3.159

 

8.573

Sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig)

 

2.122

 

210

 

2.332

Neben IFRS 9 und IFRS 15 wurden auch folgende Änderungen zum 1. Januar 2018 angewendet, die keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hatten.

Standardänderungen ohne wesentliche Auswirkungen

Standardänderungen / Interpretationen

 

Anwendungspflicht

IFRS 2

 

Änderung „Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions“

 

01.01.2018

IFRS 9

 

Änderung „Applying IFRS 9 Financial Instruments with IFRS 4 Insurance Contracts“

 

01.01.2018

IAS 40

 

Änderung „Transfers of Investment Property“

 

01.01.2018

IFRIC 22

 

Foreign Currency Transactions and Advance Consideration

 

01.01.2018

 

 

Annual Improvement to IFRS Standards 2014 – 2016 Cycle

 

01.01.2018

Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB bzw. IFRS Interpretations Committee hat nachfolgende Standards, Änderungen von Standards bzw. Interpretationen herausgegeben, deren Anwendung jedoch bislang nicht verpflichtend ist bzw. deren IFRS-Übernahme durch die EU noch nicht abgeschlossen ist. Die folgenden IFRS bzw. Interpretationen wurden von Bayer noch nicht angewendet:

Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Standardänderungen / Interpretationen

 

Anwendungs-pflicht

 

Voraussichtliche Auswirkungen

IFRS 3

 

Amendment to IFRS 3 Business Combinations

 

01.01.2020

 

Auswirkungen werden noch geprüft

IFRS 9

 

Prepayment Features with Negative Compensation

 

01.01.2019

 

Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

IFRS 16

 

Leases

 

01.01.2019

 

Siehe nachfolgende Ausführungen

IFRS 17

 

Insurance Contracts

 

01.01.2021

 

Auswirkungen werden noch geprüft

IAS 1, IAS 8

 

Amendments to IAS 1 and IAS 8: Definition of Material

 

01.01.2020

 

Auswirkungen werden noch geprüft

IAS 19

 

Amendments to IAS 19 (Employee Benefits): Plan Amendments, Curtailments or Settlements

 

01.01.2019

 

Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

IAS 28

 

Long-term Interests in Associates and Joint Ventures

 

01.01.2019

 

Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

IFRIC 23

 

Uncertainty over Income Tax Treatments

 

01.01.2019

 

Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

 

 

Annual Improvements to IFRS Standards 2015 – 2017 Cycle

 

01.01.2019

 

Keine wesentlichen Auswirkungen erwartet

 

 

Amendments to References to the Conceptual Framework in IFRS Standards

 

01.01.2020

 

Auswirkungen werden noch geprüft

Im Nachfolgenden wird nur auf zukünftige Änderungen von Bilanzierungsstandards eingegangen, deren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bayer-Konzerns – soweit absehbar – ggf. materiell sein könnten.

Im Januar 2016 veröffentlichte das IASB den neuen Standard zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen IFRS 16 (Leases), der in IAS 17 (Leasingverhältnisse) sowie die zugehörigen Interpretationen ersetzen wird. Der neue Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Er führt ein einheitliches Leasingbilanzierungsmodell für Leasingnehmer ein, bei dem Vermögenswerte für gewährte Nutzungsrechte sowie korrespondierende Leasingverbindlichkeiten zu bilanzieren sind. Eine Unterscheidung in Operating-Leasingverhältnisse, bei denen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zurzeit nicht bilanziert werden, und Finanzierungsleasing wird es zukünftig für Leasingnehmer nicht mehr geben. Allerdings enthält IFRS 16 Wahlrechte zur Inanspruchnahme von Befreiungsregelungen für den Ansatz kurzfristiger Leasingverhältnisse und solcher über geringwertige Leasinggegenstände. Für Leasinggeber ist wie auch unter dem bisherigen Standard IAS 17 weiterhin zwischen Operating-Leasingverhältnissen und Finanzierungsleasing zu unterscheiden. Untermietverhältnisse sind nach IFRS 16 auf der Grundlage des Nutzungsrechts aus dem Untermietverhältnis im Verhältnis zum Hauptleasingverhältnis zu klassifizieren.

Bayer wird IFRS 16 erstmalig zum 1. Januar 2019 rückwirkend ohne Änderung der Vorjahreszahlen anwenden. In diesem Zusammenhang können für Leasingverträge, in denen eine Bayer-Gesellschaft Leasingnehmer ist, zum Umstellungszeitpunkt verschiedene Wahlrechte bzw. Erleichterungen in Anspruch genommen werden. Zum Zeitpunkt der Erstanwendung wird keine erneute Beurteilung dahingehend vorgenommen, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis darstellt oder enthält. Für bisher als Operating-Leasingverhältnisse klassifizierte Verträge wird Bayer zum Erstanwendungszeitpunkt die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen ansetzen, wobei die Abzinsung unter Verwendung des jeweiligen Grenzfremdkapitalzinssatzes zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung erfolgen wird. Das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand wird zum Erstanwendungszeitpunkt grundsätzlich mit einem Betrag in Höhe der Leasingverbindlichkeit bewertet werden, angepasst um aktivisch oder passivisch abgegrenzte Leasingzahlungen sowie um Rückstellungen für belastende Leasingverhältnisse, die jeweils in der Bilanz per 31. Dezember 2018 erfasst sind. Anfängliche direkte Kosten werden nicht in die Bewertung des Nutzungsrechts am Leasinggegenstand zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung einbezogen. Bei der Ausübung von Ermessensentscheidungen wird der aktuelle Wissenstand zum Erstanwendungszeitpunkt berücksichtigt.

Bayer wird von dem Wahlrecht Gebrauch machen, immaterielle Vermögenswerte vom Anwendungsbereich von IFRS 16 auszunehmen und einzelne Leasingverhältnisse, die in 2019 enden, in Übereinstimmung mit den Befreiungsregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse behandeln. Diese Regelung wird auch für kurzfristige Leasingverhältnisse, die nach dem 31. Dezember 2018 beginnen, in Anspruch genommen werden.

Im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 werden zusätzliche Leasingverbindlichkeiten in Höhe von voraussichtlich 900 Mio. € bis 1.200 Mio. € erfasst werden. Infolge des wesentlichen Anstiegs der Leasingverbindlichkeiten wird sich die Nettofinanzverschuldung entsprechend erhöhen. Die Vermögenswerte für Nutzungsrechte an Leasinggegenständen werden sich korrespondierend zu den Leasingverbindlichkeiten – unter Berücksichtigung von Anpassungen aus der Erstanwendung von IFRS 16 – erhöhen.

Im Hinblick auf die Gesamtergebnisrechnung werden anstelle der bisher im operativen Ergebnis erfassten Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse unter IFRS 16 künftig die Abschreibungen der Nutzungsrechte und die Zinsaufwendungen für die Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen. Ein analoger Effekt ergibt sich in der Kapitalflussrechnung, indem sich aus der Anwendung von IFRS 16 durch geringere Auszahlungen im operativen Bereich tendenziell eine Verbesserung des operativen Cashflows ergibt, während der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen und der Zinsaufwand als Bestandteile des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit eingehen.

Änderung von Bilanzierungsmethoden

Im Rahmen der geplanten Übernahme von Monsanto und in Vorbereitung auf das künftig kombinierte Geschäft wurde die Struktur des Segments Crop Science in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Berichtssystemen („Management Approach“) zum 1. Januar 2018 angepasst. In der neuen Struktur befinden sich alle strategischen Geschäftseinheiten organisatorisch direkt unter dem operativen und berichtspflichtigen Segment Crop Science. Auf der Ebene des Segments Crop Science wird zukünftig auch die jährliche, weltweite Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes durchgeführt.

Vergleich zum Vorjahr