Andere Rückstellungen

Die einzelnen Rückstellungskategorien entwickelten sich im Geschäftsjahr 2018 wie folgt:

Entwicklung Andere Rückstellungen

 

 

Sonstige Steuern

 

Umwelt­schutz

 

Restruk­turierung

 

Kunden- und Liefe­ranten­verkehr

 

Rechts­streitig­keiten

 

Personal

 

Sonstige

 

Gesamt

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

31.12.2017

 

29

 

243

 

171

 

2.481

 

393

 

2.038

 

355

 

5.710

Umgliederung in die Rückerstattungs­verbindlichkeiten

 

 

 

 

−2.427

 

 

 

 

−2.427

Umgliederung in die Vorräte

 

 

 

 

76

 

 

 

 

76

Akquisitionen

 

 

480

 

33

 

275

 

596

 

258

 

339

 

1.981

Zuführung

 

21

 

57

 

720

 

732

 

661

 

2.553

 

626

 

5.370

Inanspruchnahme

 

−7

 

−41

 

−122

 

−524

 

−228

 

−1.803

 

−168

 

−2.893

Auflösung

 

−6

 

−6

 

−30

 

−108

 

−25

 

−551

 

−108

 

−834

Umgliederung in das zur Veräußerung gehaltene Fremdkapital

 

 

 

−1

 

 

 

−14

 

 

−15

Aufzinsung

 

 

6

 

 

 

4

 

3

 

3

 

16

Währungs­änderungen

 

−2

 

15

 

2

 

6

 

13

 

13

 

2

 

49

31.12.2018

 

35

 

754

 

773

 

511

 

1.414

 

2.497

 

1.049

 

7.033

davon kurzfristig

 

15

 

88

 

230

 

499

 

445

 

1.765

 

644

 

3.686

Den Rückstellungen standen Erstattungsansprüche in Höhe von 74 Mio. € (Vorjahr: 74 Mio. €) gegenüber, die als Forderung aktiviert wurden. Sie bezogen sich überwiegend auf Erstattungsansprüche aus der Produkthaftung.

Restrukturierungen

Von den Rückstellungen für Restrukturierungen entfielen 691 Mio. € (Vorjahr: 116 Mio. €) auf Abfindungen und 82 Mio. € (Vorjahr: 55 Mio. €) auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen, die sich im Wesentlichen aus sonstigen mit der Aufgabe von Forschungs- oder Produktionseinrichtungen verbundenen Kosten zusammensetzten. Der Rückstellungsbetrag verteilte sich wie folgt auf die Segmente: Pharmaceuticals 351 Mio. € (Vorjahr: 45 Mio. € ), Consumer Health 57 Mio. € (Vorjahr: 33 Mio. €), Crop Science 240 Mio. € (Vorjahr: 73 Mio. €), Animal Health 6 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €), Corporate Functions / alle sonstigen Segmente 119 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €).

Im Rahmen eines umfangreichen Restrukturierungsprogramms wurden im Geschäftsjahr Rückstellungen in fast allen Segmenten gebildet, um mit einer Reihe von Maßnahmen bis zum Jahr 2022 das Kerngeschäft zu stärken, die Infrastruktur anzupassen sowie die Produktivität und Ertragskraft zu steigern. Für hinreichend konkret kommunizierte Programme wurden bereits im Geschäftsjahr Rückstellungen gebildet. Weitere Rückstellungen werden für das Jahr 2019 erwartet.

Im Segment Pharmaceuticals erfolgte die Bildung von Rückstellungen vor allem im Hinblick auf die geplante Umorganisation des F&E-Bereichs. Durch die Integration von Forschung und Entwicklung in eine gemeinsame Organisation soll der Wert und die Produktivität des Pharma-Portfolios gesteigert werden.

Darüber hinaus fielen Rückstellungen im Bereich Hämophilie an. Aufgrund des deutlich verschärften Wettbewerbs soll der Faktor-VIII-Betrieb in Wuppertal nicht in Betrieb genommen werden und die Herstellung aller rekombinanten Faktor-VIII-Produkte zukünftig auf den Standort Berkeley im Bundesstaat Kalifornien, USA, konzentriert werden. In Berkeley wurde bereits mit entsprechenden Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich unserer Biotechnologie-Produkte begonnen, um die Effizienz im Produktionsprozess zu steigern.

Im Segment Consumer Health wurde das Restrukturierungsprogramm „Fit to win“ gestartet, mit der Zielsetzung, durch umfangreiche Reorganisationsmaßnahmen den Wandel in der Gesundheitsbranche voranzutreiben, eine agilere, schnellere Organisation mit weniger Entscheidungsebenen zu schaffen und dadurch führend im Markt zu werden.

Bei Crop Science wurden Rückstellungen zur Restrukturierung der Vertriebsorganisation und des Crop-Protection-Geschäfts in Frankreich gebildet. In Deutschland lag der Schwerpunkt bei der Organisationsanpassung als Folge der Integration von Monsanto. Die in den Vorjahren durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Institute in West Virginia, USA, im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Thiodicarb-Produktion konnten weitgehend abgeschlossen werden.

Im Rahmen der Integration von Monsanto wurde auch im Segment Corporate Functions für geplante Restrukturierungsmaßnahmen eine entsprechende bilanzielle Vorsorge getroffen.

Rechtsstreitigkeiten

Die aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken und deren Entwicklung werden in Anhangangabe „Rechtliche Risiken“ dargestellt.

Personal

Aktienprogramme

Die Aktienprogramme des Bayer-Konzerns sind nach Mitarbeitergruppen differenzierte Kollektivzusagen. Grundsätzlich werden – wie für Vergütungssysteme mit Barausgleich gemäß IFRS 2 (Share-based Payment) vorgesehen – alle Verpflichtungen, die aus den aktienbasierten Programmen hervorgehen, durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe zum Bilanzstichtag dem beizulegenden Zeitwert der erdienten Anteile der jeweiligen Zusagen an die Mitarbeitergruppen entspricht. Alle daraus resultierenden Wertänderungen werden aufwandswirksam erfasst.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der für die jeweiligen Programme gebildeten Rückstellungen:

Entwicklung Rückstellungen für aktienbasierte Programme

 

 

Aspire I

 

Aspire II

 

Aspire 2.0

 

Gesamt

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

31.12.2017

 

6

 

35

 

263

 

304

Akquisitionen / Desinvestitionen

 

 

 

 

Zuführung

 

20

 

42

 

279

 

341

Inanspruchnahme

 

−5

 

−29

 

−8

 

−42

Auflösung

 

−22

 

−48

 

−254

 

−324

Währungsänderungen

 

1

 

 

9

 

10

31.12.2018

 

 

 

289

 

289

Der Wert der Aspire-Programme, die zum Jahresende 2018 vollständig erdient waren, betrug 0 Mio. € (Vorjahr: 34 Mio. €), sodass im Januar 2019 keine Auszahlung erfolgte.

Der Nettoaufwand für alle aktienorientierten Vergütungsprogramme betrug 21 Mio. € (Vorjahr: 194 Mio. €), davon entfielen 5 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) auf das „BayShare“-Aktien-Beteiligungsprogramm und 1 Mio. € Ertrag (Vorjahr: 1 Mio. € Aufwand) auf gewährte virtuelle Bayer-Aktien. Zur Sicherung von Mitarbeiter-Aktienprogrammen siehe Anhangangabe „Informationen zu Derivaten“.

Die Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Verpflichtungen aus den Programmen Aspire I und Aspire II wurde auf der Grundlage einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt, die auf folgenden wesentlichen Parametern basierte:

Parameter Monte-Carlo-Simulation

 

 

2017

 

2018

Dividendenrendite

 

2,46 %

 

3,60 %

Risikoloser Zinssatz

 

−0,35 %

 

−0,46 %

Volatilität Bayer-Aktie

 

15,49 %

 

33,26 %

Volatilität EURO STOXX 50

 

9,27 %

 

16,94 %

Korrelation zwischen dem Bayer-Aktienkurs und dem EURO STOXX 50

 

0,71

 

0,76

Langfristiges Vergütungsprogramm für Mitglieder des Vorstands sowie für die obere Führungsebene (Aspire I)

Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der oberen Führungsebene waren zwischen den Jahren 2005 bis 2015 zur Teilnahme an Aspire I berechtigt, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine individuell festgelegte Anzahl an Bayer-Aktien erwarben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit gehalten wurde. Bemessungsbasis für Aspire I ist ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt (Aspire-Zielbetrag). In Abhängigkeit von der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie sowie von der relativen Performance im Vergleich zum Aktienindex EURO STOXX 50, jeweils bezogen auf eine vierjährige Performance-Periode, wird nach Ablauf des Programms an die Teilnehmer ein Betrag von maximal 300 % des Aspire-Zielbetrags ausgezahlt. Zu Beginn des Geschäftsjahres wurde die im Jahr 2014 aufgelegte Tranche in Höhe von 20 % ausgezahlt. Für die im Jahr 2015 letztmalig aufgelegte Tranche erfolgte keine Auszahlung.

Langfristiges Vergütungsprogramm für das mittlere Management (Aspire II)

Für die übrigen Führungskräfte wurde seit dem Jahr 2005 bis zum Jahr 2015 Aspire II angeboten. Es entspricht in seinen Grundzügen Aspire I. Im Gegensatz zu diesem ist ein Eigeninvestment in Bayer-Aktien allerdings nicht erforderlich. Zudem wird die Performance ausschließlich an der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie gemessen, bezogen auf eine vierjährige Performance-Periode. Der maximal erreichbare Ertrag ist auf 250 % des Aspire-Zielbetrags begrenzt. Zu Beginn des Geschäftsjahres wurde die im Jahr 2014 aufgelegte Tranche in Höhe von 40 % ausgezahlt. Für die im Jahr 2015 letztmalig aufgelegte Tranche erfolgte keine Auszahlung.

Langfristiges Vergütungsprogramm Aspire 2.0

Seit 2016 wird Aspire in konzeptionell geänderter und für alle berechtigten Mitarbeiter in einheitlicher Form unter der Bezeichnung „Aspire 2.0“ angeboten. Für den Vorstand existiert eine zusätzliche Hürde durch den Vergleich der Aktien-Performance zum EURO STOXX 50. Die Laufzeit einer Tranche beträgt vier Jahre. Auch für Aspire 2.0 ist die Bemessungsbasis ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt. Dieser Zielbetrag wird mit dem jeweiligen STI-Auszahlfaktor des Vorjahres pro Mitarbeiter multipliziert und ergibt den Aspire-Gewährungsbetrag. Der STI-Auszahlfaktor spiegelt die individuelle Performance eines Mitarbeiters sowie die Geschäftsperformance im Rahmen des Global-Short-Term-Incentive-Programms (STI) wider. Der Aspire-Gewährungsbetrag wird, dividiert durch den Kurs der Bayer-Aktie zu Programmbeginn, in virtuelle Bayer-Aktien umgerechnet. Diese bilden die Basis für die Performance des Programms. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen leitet sich aus dem Kurs der Bayer-Aktie und zusätzlich aus den bis zu diesem Zeitpunkt gezahlten Dividenden ab. Am Ende der Laufzeit einer Tranche kommt ein Betrag zur Auszahlung, der sich als Produkt aus der Zahl der virtuellen Aktien und dem dann maßgeblichen Kurs der Bayer-Aktie zuzüglich der während der Laufzeit angefallenen Dividendenäquivalente ergibt. Die maximale Auszahlung ist für Aspire 2.0 auf 250 % des Aspire-Gewährungsbetrags festgelegt.

„BayShare 2018“

Allen Managementebenen und Tarifmitarbeitern wurde unter dem Namen „BayShare“ ein Aktien-Beteiligungsprogramm angeboten, bei dem Bayer einen Zuschuss zu einem Eigeninvestment in Bayer-Aktien gewährt. Die Höhe des Zuschusses belief sich auf 20 % (Vorjahr: 20 %) des Zeichnungsbetrags. Die Mitarbeiter gaben einen festen Betrag an, für den sie Aktien zeichnen wollten. Je nach Position des Mitarbeiters war der Gesamtbetrag für den Aktienerwerb in Deutschland auf 2.500 € (Vorjahr: 2.500 €) bzw. 5.000 € (Vorjahr: 5.000 €) begrenzt. Die erworbenen Aktien unterliegen einer Veräußerungssperre bis zum 31. Dezember 2019.

Im Jahr 2018 wurden im Rahmen des „BayShare“-Programms insgesamt rund 369.000 Aktien (Vorjahr: 229.000 Aktien) durch die Mitarbeiter erworben.

Vergleich zum Vorjahr