Eigenkapital

Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts, die allen Anspruchsgruppen des Unternehmens zugutekommt, und die Sicherung der Liquidität sowie der Kreditwürdigkeit des Bayer-Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Finanzmanagements. Die Reduzierung der Kapitalkosten trägt hierzu ebenso bei wie die Optimierung der Kapitalstruktur und der Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit sowie ein effektives Risikomanagement.

Die von uns beauftragten Ratingagenturen haben ihre Ratings aufgrund der Akquisition von Monsanto angepasst und stufen Bayer nun wie folgt ein: S&P Global vergibt ein Langfrist-Rating von BBB und ein Kurzfrist-Rating von A–2. Der Ausblick ist stabil. Moody’s vergibt ein Baa1 / P–2 mit negativem Ausblick und Fitch ein A- / F2 mit stabilem Ausblick. Die Investment-Grade-Ratings von allen drei Agenturen spiegeln eine gute Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wider und gewährleisten den Zugang zu einer breiten Investorenbasis für die Finanzierung. Es ist unser erklärtes Ziel, zukünftig auch von S&P Global Ratings und Moody’s wieder ein Langfrist-Rating in der A-Kategorie zu erlangen.

Neben der Reduzierung der Nettofinanzverschuldung durch Zahlungsmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft dienen zur Umsetzung der Finanzstrategie u. a. die im Juli 2014 und April 2015 begebenen nachrangigen Hybridanleihen, die im November 2016 begebene Pflichtwandelanleihe sowie das genehmigte und bedingte Kapital bzw. ein mögliches Aktienrückkaufprogramm.

Am 16. April 2018 wurden durch die Republik Singapur, über eine Tochtergesellschaft, 31 Mio. neue Bayer-Aktien zu einem marktnahen Ausgabepreis pro Aktie gezeichnet (Bruttoemissionserlös 3,0 Mrd. €). Das entsprach zum Zeitpunkt des Erwerbs einem Anteil von ca. 3,6 % des Grundkapitals und erhöhte den bereits bestehenden Anteil von Temasek an Bayer auf ca. 4 %. Die Kapitalerhöhung erfolgte gegen Bareinlage unter Ausschluss der Bezugsrechte der Bestandsaktionäre.

Darüber hinaus hat der Vorstand der Bayer AG am 3. Juni 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen mit Bezugsrechten für die Bestandsaktionäre von Bayer aus genehmigtem Kapital beschlossen. Hierzu wurden von Bayer 74.604.156 neue auf den Namen lautende Aktien (Stückaktien) mit Gewinnanteilberechtigung ab dem 1. Januar 2018 ausgegeben.

Die Aktionäre konnten für je 23 gehaltene Aktien von Bayer zwei neue Aktien zu einem Bezugspreis von 81,00 € je neuer Aktie im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts erwerben. Dieses Angebot wurde für 73.343.177 Aktien wahrgenommen. Im Rahmen einer Privatplatzierung haben institutionelle Anleger die nicht bezogenen 1.261.039 Aktien zu einem durchschnittlichen Platzierungspreis von 96,6437 € je Aktie bezogen. Abzüglich Transaktionskosten ergab sich hieraus in Summe ein Nettoemissionserlös von 6,0 Mrd. €.

Die beiden Kapitalerhöhungen schlossen zusammen mit der Begebung der Pflichtumtauschanleihe im November 2016 die im September 2016 angekündigte Eigenkapitalkomponente zur Finanzierung der Übernahme von Monsanto ab.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Bayer AG belief sich am 31. Dezember 2018 auf 2.387 Mio. € (Vorjahr: 2.117 Mio. €), eingeteilt in 932.551.964 (Vorjahr: 826.947.808) auf den Namen lautende Stückaktien, und war voll eingezahlt. Jede Stückaktie gewährt ein Stimmrecht.

Genehmigtes und bedingtes Kapital

Das genehmigte und bedingte Kapital setzte sich wie folgt zusammen:

Genehmigtes und bedingtes Kapital

Kapital

 

Beschluss­fassung

 

Betrag / Stückzahl

 

Befristung bis

 

Zweck

Genehmigtes Kapital I

 

29. April 2014

 

530 Mio. €

 

28. April 2019

 

Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlage. Sacheinlagen sind auf 423 Mio. € begrenzt.

Genehmigtes Kapital II

 

29. April 2014

 

212 Mio. €

 

28. April 2019

 

Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlage.

Bedingtes Kapital

 

29. April 2014

 

212 Mio. € / bis zu 82.694.750 Stückaktien

 

28. April 2019

 

Erhöhung des gezeichneten Kapitals durch Gewährung von Stückaktien an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen. Die Ermächtigungen zur Ausgabe der Instrumente sind auf einen Gesamtnennbetrag von insgesamt 6 Mrd. € begrenzt.

Kapitalerhöhungen erfolgen durch Ausgabe neuer, nennwertloser Stückaktien, die auf den Namen lauten. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Ein Bezugsrechtsausschluss ist jedoch unter bestimmten, im Ermächtigungsbeschluss enthaltenen Voraussetzungen möglich. Insgesamt wird der Vorstand – vorbehaltlich einer erneuten Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss durch die Hauptversammlung – die bestehenden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals unter Bezugsrechtsausschluss aus dem genehmigten Kapital und dem bedingten Kapital nur zu Kapitalerhöhungen um maximal 20 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 29. April 2014 bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nutzen. Auf diese 20 %-Grenze sind alle Ausgaben bzw. Veräußerungen von Stückaktien oder von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten anzurechnen, die unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre erfolgen. Details zum genehmigten und bedingten Kapital sind der Einladung zur Hauptversammlung vom 29. April 2014 zu entnehmen und finden sich auch auf der Homepage des Unternehmens.

Aufgrund der am 3. Juni 2018 beschlossenen und im Anschluss durchgeführten Kapitalerhöhung wurden vom genehmigten Kapital I 191 Mio. € in Anspruch genommen, sodass am Abschlussstichtag noch ein genehmigtes Kapital I von 339 Mio. € zur Verfügung stand.

Durch die am 16. April 2018 vollzogene Kapitalerhöhung wurden vom genehmigten Kapital II 79 Mio. € in Anspruch genommen, sodass am Abschlussstichtag noch ein genehmigtes Kapital II von 133 Mio. € zur Verfügung stand.

Am 22. November 2016 hatte Bayer eine Pflichtwandelanleihe i. H. v. 4,0 Mrd. € unter Ausschluss der Bezugsrechte bestehender Aktionäre der Gesellschaft platziert. Die Pflichtwandelanleihe mit einer Stückelung von 100.000 € wurde durch die Bayer Capital Corporation B.V., Niederlande, begeben und wird nachrangig von der Bayer AG garantiert. Bei Fälligkeit wird die ausstehende Pflichtwandelanleihe zwingend in nennwertlose Stückaktien der Bayer AG, die auf den Namen lauten, gewandelt. Die zugeflossenen Mittel wurden konzernintern an die Bayer AG weitergereicht. Bis zur Fälligkeit der Pflichtwandelanleihe erfolgt der Ausweis unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Platzierung der Pflichtwandelanleihe stellte eine Inanspruchnahme des bedingten Kapitals dar.

Kumuliertes Gesamtergebnis

Das kumulierte Gesamtergebnis setzt sich aus den Gewinnrücklagen und dem kumulierten übrigen sonstigen Ergebnis zusammen. Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Zudem sind hier sämtliche über das sonstige Ergebnis erfassten Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen enthalten. Im kumulierten übrigen sonstigen Ergebnis werden die Währungsänderungen, die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten (Cashflow-Hedges), von Eigenkapitalinstrumenten (bis 2017 von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten), die Neubewertungsrücklage und die Rücklage für die Veränderung des eigenen Kreditrisikos erfasst. Im Berichtsjahr erfolgte zudem in Höhe von 4 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) eine Umbuchung von der Neubewertungsrücklage in die Gewinnrücklage für den Teil, der ergebniswirksam im Rahmen der planmäßigen Abschreibung der entsprechenden Vermögenswerte berücksichtigt wurde.

Dividende

Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, der in dem gemäß Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss der Bayer AG ausgewiesen wird. Aus dem Konzernergebnis wurde für das Geschäftsjahr 2017 pro Stückaktie eine Dividende von 2,80 € gezahlt. Die vorgeschlagene Dividende für das Geschäftsjahr 2018 beträgt 2,80 € pro Stückaktie, was bei derzeitiger Anzahl Aktien einem Ausschüttungsvolumen von 2.611 Mio. € entspricht. Die vorgeschlagene Dividende ist abhängig von der Zustimmung durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung und wird daher nicht als Verbindlichkeit im Konzernabschluss erfasst.

Nicht beherrschende Anteile

Die Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital in den Jahren 2017 und 2018 ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung.

Entwicklung nicht beherrschender Anteile am Eigenkapital

 

 

2017

 

2018

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

1.1.

 

1.564

 

60

Nicht ergebniswirksame Eigenkapitalveränderungen

 

 

 

 

Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen

 

49

 

−1

Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Cashflow-Hedges

 

 

Veränderung des beizulegenden Zeitwerts aus der Marktbewertung von Wertpapieren

 

 

Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften

 

−155

 

−7

Sonstige Veränderungen

 

−2.025

 

108

Dividendenausschüttung

 

−131

 

−5

Ergebnis nach Ertragsteuern

 

758

 

16

31.12.

 

60

 

171

Zum 31. Dezember 2018 existierten zwei wesentliche Tochtergesellschaften mit nicht beherrschenden Anteilen. Einerseits die Bayer CropScience Limited, Indien, deren Beteiligungs- bzw. Stimmrechtsquote nicht beherrschender Anteile zum 31. Dezember 2018 bei 31,3 % (31. Dezember 2017: 31,3 %) lag; das auf diese entfallende Eigenkapital lag bei 42 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €). Andererseits die erworbene Monsanto India Ltd, Indien, die eine Beteiligungs- bzw. Stimmrechtsquote nicht beherrschender Anteile zum 31. Dezember 2018 von 20,6 % aufwies; das auf diese entfallende Eigenkapital lag bei 121 Mio. €.

Vergleich zum Vorjahr