Innovation im Fokus

Pharmaceuticals

Pharmaceuticals konzentriert sich auf Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf auf den Gebieten Herz-Kreislauf, Onkologie, Frauengesundheit, Hämatologie und Augenheilkunde. Wir forschen und entwickeln an mehreren Zentren, vor allem in Deutschland, den USA, Japan, China, Finnland und Norwegen.

Bayer weltweit siehe auch Abbildung im Kapitel „Konzern­struktur“

Aussichtsreiche neue Wirkstoffe aus unserer Forschungs-Pipeline werden in die präklinische Entwicklung überführt. Dabei definieren wir einen neuen Wirkstoff (NME = new molecular entity) als chemische oder biologische Substanz, die bislang nicht zur Anwendung am Menschen zugelassen ist. In der präklinischen Entwicklung werden die Wirkstoffe in verschiedenen Modellen auf ihre Eignung für die Erprobung in klinischen Studien und die damit verbundene Erstanwendung am Menschen weiter untersucht.

Im Berichtsjahr haben wir eine neue Strategie für unsere globale Forschungs- und Entwicklungsorganisation entwickelt, um das Innovationspotenzial und die -produktivität zu erhöhen. Im Sinne von „Qualität über Quantität“ liegt der Fokus auf einem tieferen Verständnis von Erkrankungen, einer besseren Charakterisierung der Produktkandidaten und modalitätsunabhängigen Ansätzen, um die technische Erfolgsrate zu erhöhen.

Die intensivere Charakterisierung der Produktkandidaten hat 2018 zu einer Verschiebung im Zeitplan geführt: Statt der ursprünglich geplanten Überführung von neun neuen Wirkstoffen sowie einer neuen Indikation oder eines neuen Formulierungsprojekts überführten wir fünf neue Wirkstoffe in die präklinische Entwicklung. Zukünftige Wirkstoffkandidaten werden aus interner Forschung, Kollaborationen sowie rein externen Quellen kommen. Basierend auf unserem Durchsatzmodell erwarten wir, dass wir nach vollständiger Implementierung des Innovationsmodells fünf bis sieben Wirkstoffe pro Jahr in die Entwicklung überführen können.

Mehrere Arzneimittelkandidaten aus unserer Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline durchliefen im Jahr 2018 klinische Studien. Unsere bereits zugelassenen Produkte stärkten wir durch weitere Entwicklungsaktivitäten, um ihre Anwendung weiter zu verbessern bzw. das Indikationsspektrum zu erweitern.

Klinische Studien sind ein unentbehrliches Instrument zur Bestimmung der Wirksamkeit und Sicherheit neuer Medikamente, bevor sie zur Diagnostik oder Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden können. Nutzen und Risiken neuer medizinischer Produkte müssen stets wissenschaftlich belegt und gut dokumentiert werden. Alle klinischen Studien bei Bayer entsprechen strengen internationalen Richtlinien und Qualitätsstandards sowie den jeweiligen gültigen nationalen Gesetzen und Normen.

Auch die Veröffentlichung von Informationen über klinische Studien erfolgt bei Bayer in Übereinstimmung mit den jeweils gültigen nationalen Gesetzen und nach den Prinzipien des europäischen (EFPIA) und des amerikanischen (PhRMA) Pharmaverbands, die in Positionspapieren definiert wurden.

Informationen über eigene klinische Studien sind sowohl im öffentlich zugänglichen Register www.clinicaltrials.gov als auch in der eigenen „Trial Finder“-Datenbank verfügbar. Weitere Informationen zu unseren global einheitlichen Standards, der Überwachung von Studien und der Rolle der Ethikkommissionen finden Sie im Internet.

Fortschritte in den klinischen Prüfungsphase-II-Projekten

Die folgende Tabelle enthält unsere wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase-II-Projekte:

Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase II)1

Projekte

 

Indikation

1

Stand: 31. Januar 2019

2

Durchgeführt von Ionis Pharmaceuticals, Inc.

Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und / oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und so nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.

BAY 1093884 (anti-TFPI Antibody)

 

Hämophilie

Fulacimstat (BAY 1142524, Chymase-Inhibitor)

 

Chronische Nierenkrankheit

BAY 1193397 (AR alpha 2c Rec Ant.)

 

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

BAY 1213790 (Anti-FXIa Antibody)

 

Prävention von Thrombosen

BAY 1817080 (P2X3 Antagonist)

 

Chronischer Husten

BAY 2253651 (TASK-Kanal Blocker)

 

Obstruktive Schlafapnoe

BAY 2306001 (IONIS-FXIRx)2

 

Prävention von Thrombosen

Levonorgestrel (Progestin) + Indomethacin (NSAID) combi IUS

 

Kontrazeption

Rogaratinib (pan-FGFR-Inhibitor)

 

Urothelialkrebs

Vericiguat (sGC-Stimulator)

 

Chronische Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF)

Vilaprisan (S-PRM)

 

Endometriose

Im Berichtsjahr 2018 ergaben sich im Wesentlichen folgende Änderungen gegenüber dem Vorjahr:

Die Phase-II-Studie mit Copanlisib bei rezidivierendem / resistentem diffusem, großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), einer aggressiven Form des Non Hodgkin‘s Lymphom (NHL), wurde beendet. Eine Phase-III-Studie in dieser Indikation ist derzeit nicht geplant.

Die Phase-II-Studien, in denen der Anti-Angiotin2-Antikörper Nesvacumab in Kombination mit Aflibercept (Handelsname: Eylea™) im Vergleich zur Aflibercept-Monotherapie geprüft wurde, wurden beendet. Die Studienergebnisse rechtfertigten nicht den Übergang in die Phase III der klinischen Entwicklung.

Basierend auf den Ergebnissen einer Phase-II-Studie zur Untersuchung von Anetumab Ravtansine als Zweitlinien-Monotherapie bei malignen Mesotheliomen, die ihren primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens nicht erreicht hat, verfolgen wir keine weiteren Studien in dieser Indikation. Anetumab Ravtansine wird weiterhin in anderen Indikationen in Phase-I-Studien untersucht.

Im September 2018 wurde die Entwicklung des oral verabreichten AKR1C3-Inhibitors zur Behandlung von Endometriose aufgrund eines ungünstigen Nutzen-Risiko-Profils vorzeitig eingestellt.

Ebenfalls im September 2018 wurde die Entwicklung von Neladenoson bialanate beendet, einem oralen partiellen Adenosin-A1-Rezeptor-Agonisten. Zwei Phase-II-Studien bei Patienten mit Herzinsuffizienz erreichten nicht die primären Wirksamkeitsendpunkte.

Im Oktober 2018 entschieden Bayer und Merck & Co., Inc., USA, Riociguat in der Indikation diffuse systemische Sklerose nicht weiterzuverfolgen. Eine Phase-II-Studie in dieser Indikation erreichte ihren primären Endpunkt nicht.

Ebenfalls im Oktober 2018 beschloss Bayer nach einer Zwischenauswertung der bislang vorliegenden klinischen Daten, die Entwicklung von Radium-223-Dichlorid für Brustkrebs einzustellen.

Im November 2018 entschied Bayer aus strategischen Gründen, die kombinierte Phase-I- / Phase-II-Studie von Radium-223-Dichlorid in der Indikation multiples Myelom nicht weiterzuverfolgen.

Im Dezember 2018 beschloss Bayer, die Entwicklung seines Chymase-Inhibitors Fulacimstat in der Indikation linksventrikuläre Dysfunktion des Herzens nach Herzinfarkt einzustellen, nachdem eine Phase-II-Studie die Wirksamkeitsendpunkte nicht erreicht hatte. Die Entwicklung von Fulacimstat in der Indikation chronische Nierenerkrankung wird unverändert weitergeführt.

Fortschritte in den klinischen Prüfungsphase-III-Projekten

Die folgende Tabelle enthält unsere wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase-III-Projekte:

Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase III)1

Projekte

 

Indikation

1

Stand: 31. Januar 2019

2

Durchgeführt von Merck & Co., Inc., USA

Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und / oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.

Copanlisib (PI3K-Inhibitor)

 

Verschiedene Arten von Non Hodgkin‘s Lymphom (NHL)

Darolutamid (ODM-201, AR-Antagonist)

 

Kastrationsresistentes, nicht metastasiertes Prostatakarzinom

Darolutamid (ODM-201, AR-Antagonist)

 

Hormonsensitives, metastasiertes Prostatakarzinom

Finerenone (MR-Antagonist)

 

Diabetische Nierenerkrankung

Molidustat (HIF-PH-Inhibitor)

 

Renale Anämie

Rivaroxaban (Fxa-Inhibitor)

 

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Rivaroxaban (Fxa-Inhibitor)

 

VTE-Behandlung bei Kindern

Vericiguat (sGC-Stimulator)2

 

Chronische Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF)

Vilaprisan (S-PRM)

 

Symptomatische Gebärmuttermyome

Im Berichtsjahr 2018 ergaben sich im Wesentlichen folgende Änderungen gegenüber dem Vorjahr:

Bayer und das US-amerikanische Studiennetzwerk NSABP (National Surgical Adjuvant Breast and Bowel Project) beschlossen, eine klinische Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Regorafenib zur adjuvanten Therapie von Kolonkarzinomen aufgrund der zu geringen Studienteilnehmerzahl vorzeitig zu beenden.

Im März 2018 entschieden Bayer und MSD International GmbH, eine Konzerngesellschaft der Merck & Co., Inc., die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Sivextro™ (Wirkstoff: Tedizolid-Phosphat), einer Behandlung von Infektionen der Haut und der Gewebe unter der Haut, zu beenden.

Auf dem ESC-Kongress (European Society of Cardiology) in München im August 2018 stellten Bayer und Entwicklungspartner Janssen Research & Development, LLC, USA, Ergebnisse der von Janssen durchgeführten klinischen Phase-III-Studien COMMANDER HF und MARINER zu ihrem oral wirksamen Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (Handelsname: Xarelto™) vor.

Die Studie COMMANDER HF untersuchte, ob Rivaroxaban zusätzlich zum Therapiestandard bei Patienten nach einer akuten Verschlechterung einer Herzinsuffizienz bei koronarer Herzkrankheit das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse senkt. Die Daten zeigten, dass Schlaganfälle und Herzinfarkte bei den mit Rivaroxaban Behandelten zwar numerisch reduziert, aber durch die hohe Rate von Todesfällen in beiden Prüfarmen überlagert wurden, von denen viele nicht thrombosebedingt waren. Dies hat dazu beigetragen, dass der primäre Endpunkt der Studie nicht erreicht wurde. Diese Indikation wird nicht weiterverfolgt.

Die Studie MARINER untersuchte, ob Rivaroxaban gegenüber Placebo bei der Prävention symptomatischer venöser Thromboembolien (VTE) und VTE-bedingter Todesfälle bei akut erkrankten internistischen Hochrisikopatienten nach der Krankenhausentlassung überlegen ist. Zwar wurde dieser kombinierte primäre Wirksamkeitsendpunkt nicht erreicht, die Auswertung ergab jedoch einen Rückgang symptomatischer VTE-Ereignisse. Schwere Blutungen unter Rivaroxaban waren selten und nicht signifikant unterschiedlich im Vergleich zu Placebo.

Im Oktober 2018 erreichte die Phase-III-Studie ARAMIS, die bei Patienten mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs die Sicherheit und Wirksamkeit von Darolutamid untersuchte, ihren primären Endpunkt. Die Zeit bis zum Auftreten von Metastasen konnte signifikant gegenüber Placebo verbessert werden und die beobachtete Sicherheit und Verträglichkeit entsprachen den Beobachtungen früherer Studien. Darolutamid ist ein neuartiger Hemmstoff des Androgen-Rezeptors zur oralen Behandlung von Prostatakrebs, der gemeinsam von Bayer und Orion Corporation entwickelt wird, einem in Finnland ansässigen biopharmazeutischen Unternehmen. Für metastasierten hormonsensitiven Prostatakrebs wird derzeit die Studie ARASENS durchgeführt.

Basierend auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie ERA-223 beschloss Bayer, diese Indikation – die Anwendung von Radium-223-Dichlorid in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison / Prednisolon – nicht weiterzuverfolgen. Bayer hatte die Studie 2017 vorzeitig entblindet, nachdem ein erhöhtes Risiko für Knochenfrakturen und ein reduziertes medianes Gesamtüberleben bei Patienten, die mit der Kombination behandelt wurden, beobachtet worden waren. Die europäischen, japanischen und US-amerikanischen Gesundheitsbehörden haben ihre Bewertung der Daten aus der Studie ERA-223 abgeschlossen und insgesamt bestätigt, dass das Nutzen-Risiko-Profil von Xofigo (Radium-223-Dichlorid) in der zugelassenen Indikation weiterhin positiv ist – vorbehaltlich der geforderten Änderungen an den jeweiligen Produktinformationen. Die Ergebnisse der ERA-223-Studie wurden im Oktober 2018 auf dem ESMO-Kongress (European Society for Medical Oncology) präsentiert.

Im November 2018 wurden Auffälligkeiten in tierexperimentellen Studien mit Vilaprisan beobachtet. Diese Studien hatten das Ziel, die Sicherheit von Vilaprisan nach Langzeitanwendung zu untersuchen. Vilaprisan ist ein Entwicklungskandidat, den Bayer für die Behandlung von symptomatischen Gebärmuttermyomen und Endometriose entwickelt. Obwohl es sich um vorläufige präklinische Befunde handelt, die in anderen Vilaprisan-Studien nicht beobachtet wurden, beschloss Bayer vorsorglich, mit der Rekrutierung weiterer Patientinnen in den laufenden klinischen Phase-II- und Phase-III-Studien zu pausieren, bis eine gründliche Analyse und Einordnung der Ergebnisse erfolgt sind. Wir haben Gesundheitsbehörden, Ethikkommissionen und Prüfärzte über die vorläufigen Ergebnisse informiert. Daraus resultierende mögliche Anpassungen im laufenden klinischen Entwicklungsprogramm werden mit den Gesundheitsbehörden und Ethikkommissionen abgestimmt.

Einreichungen und Zulassungen

Wir überprüfen unsere Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaprojekte mit Priorität voranzutreiben. Für einige Arzneimittelkandidaten haben wir nach Abschluss der erforderlichen Studien Anträge auf Zulassung bzw. auf Erweiterung der bestehenden Zulassung bei einer oder mehreren Behörden gestellt. Die wichtigsten noch im Zulassungsprozess befindlichen Arzneimittelkandidaten sind:

Wesentliche Einreichungen1

Projekte

 

Indikation

1

Stand: 31. Januar 2019

2

Eingereicht von Janssen Research & Development, LLC

3

Loxo Oncology, Inc., ist für die regulatorischen Aktivitäten in den USA verantwortlich. Außerhalb der USA leitet Bayer die regulatorischen Aktivitäten.

Rivaroxaban (Fxa-Inhibitor)2

 

USA: Sekundärprophylaxe des akuten Koronarsyndroms (ACS), Rivaroxaban in Verbindung mit dualer antithrombozytärer Therapie (DAPT), ATLAS-Studie

Rivaroxaban (Fxa-Inhibitor)2

 

USA: VTE-Prävention bei Hochrisikopatienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus

Larotrectinib (LOXO-101, TRK Fusion-Inhibitor)3

 

Europa: Solide Tumore mit NTRK-Genfusionen

Im Februar 2018 erhielt Bayer von der chinesischen Food and Drug Administration (CFDA) die Zulassung für Eylea™ (Wirkstoff: Aflibercept, Injektionslösung ins Auge) zur Behandlung der Visusbeeinträchtigung aufgrund eines diabetischen Makulaödems.

Im Mai 2018 erhielt Bayer in China die Zulassung für Eylea™ zur Behandlung des Sehschärfeverlusts, bedingt durch neovaskuläre (feuchte) altersabhängige Makuladegeneration.

Im Juli 2018 erhielt Bayer von der chinesischen Zulassungsbehörde die Zulassung für Kovaltry™ (Wirkstoff: Octocog alfa) zur Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit Hämophilie A. Die Zulassung umfasst die Anwendung als Routineprophylaxe, als Bedarfsbehandlung und zur Behandlung von Blutungen bei einer Operation. Kovaltry™ ist ein rekombinant hergestellter nicht veränderter Faktor VIII (FVIII).

Im August 2018 erhielt Bayer von der Europäischen Kommission die Zulassung für ein neues Behandlungsschema mit Eylea™, das eine frühzeitige Verlängerung der Behandlungsintervalle bei Patienten mit neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration bereits im ersten Behandlungsjahr ermöglicht. Das neue Behandlungsschema erlaubt es Ärzten, die individuellen Intervalle für die Patienten auszudehnen, abhängig von den funktionellen und / oder morphologischen Befunden.

Gleichfalls im August 2018 ließ die Europäische Kommission Xarelto™ (Rivaroxaban) in der Dosierung von 2,5 mg zweimal täglich in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) 75 – 100 mg einmal täglich zur Prophylaxe atherothrombotischer Ereignisse bei erwachsenen Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK) oder symptomatischer peripherer arterieller Verschlusserkrankung (pAVK) und einem hohen Risiko für ischämische Ereignisse zu. Die Zulassung durch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA erfolgte im Oktober 2018.

Im November 2018 erhielt Bayer von der Europäischen Kommission die Zulassung für Damoctocog alpha pegol (Handelsname: Jivi™) zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Hämophilie A für vorbehandelte Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren. Vorangegangen waren im August 2018 die US-Zulassung für Jivi™ sowie im September 2018 die Zulassung für Japan.

Ebenfalls im November 2018 erhielt Larotrectinib (Handelsname: Vitrakvi™) in den USA die Zulassung für die Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit soliden Tumoren und einer Fusion in den neurotrophen Tyrosin-Rezeptor-Kinase-Genen (NTRK-Genen), jedoch keiner bekannten erworbenen Resistenz. Die Zulassung bezieht sich außerdem auf solche Tumore mit einer NTRK-Genfusion, die entweder metastasiert sind oder bei denen eine chirurgische Resektion wahrscheinlich eine hohe Morbidität zur Folge haben wird und es für die Patienten keine zufriedenstellenden Alternativbehandlungen gibt oder der Krebs nach einer Behandlung fortgeschritten ist. Der Wirkstoff Larotrectinib wurde entwickelt, um den für das Tumorwachstum verantwortlichen Signalweg gezielt zu blockieren. Im August 2018 reichte Bayer Larotrectinib auch in der Europäischen Union zur Zulassung ein.

Im Dezember 2018 beantragte unser Entwicklungspartner Janssen Research & Development die Zulassung von Xarelto™ zur Vorbeugung von venösen Thromboembolien bei internistischen Hochrisikopatienten in den USA. Die Einreichung zur Zulassung basierte auf den Daten aus der Phase-III-Studie MAGELLAN, unterstützt durch Daten der MARINER-Studie. Beide Studien evaluierten Xarelto™ zur Prävention von VTE bei diesen Patienten während ihres Krankenhausaufenthalts und unmittelbar nach der Entlassung.

Kollaborationen

Wir ergänzen unsere eigene Forschung um Kollaborationen und strategische Allianzen mit Partnern aus der industriellen und akademischen Forschung. Dadurch erhalten wir Zugang zu komplementären Technologien und zusätzliches Potenzial für Innovationen.

siehe auch Kapitel „Innovation im Fokus“ „Weltweites Open-Innovation-Netzwerk“

Im Juni 2018 unterzeichneten Bayer und das MD Anderson Cancer Center der Universität Texas, Houston, USA, eine fünfjährige Kollaborationsvereinbarung, um die Entwicklung neuartiger Behandlungsoptionen für Krebspatienten voranzutreiben. Ziel der Kollaboration ist es, basierend auf bestimmten Patienten- und Tumoreigenschaften neue zielgerichtete Krebstherapien zu entwickeln, für die aktuell keine befriedigenden medikamentösen Behandlungsoptionen verfügbar sind.

Ebenfalls im Juni 2018 erweiterten Bayer und das US-amerikanische Broad Institute of MIT and Harvard ihre strategische Forschungsallianz zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z. B. Herzinsuffizienz. Forscher des Broad Institute und des Bayer-Konzerns arbeiten in einem gemeinsamen Labor für „Precision Cardiology“ am Broad Institute in Boston zusammen. Ziele der Zusammenarbeit sind die weitere Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf der Ebene molekularer Mechanismen und die Entwicklung neuer Therapien für Patienten.

Im August 2018 schloss Bayer mit dem österreichischen Unternehmen Haplogen GmbH eine mehrjährige Forschungsallianz zur Identifizierung neuer Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Lungenerkrankungen wie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Im Rahmen der Kollaboration werden Bayer und Haplogen gemeinsam an der Identifizierung und Erforschung neuer potenzieller Wirkstoffkandidaten arbeiten. Die Verantwortung für eine möglicherweise folgende Entwicklung und Vermarktung geeigneter Wirkstoffkandidaten wird bei Bayer liegen.

Im Januar 2019 vereinbarte Bayer mit der Universität Kyoto eine strategische Allianz zur Erforschung neuer Ansätze zur Behandlung von Lungenkrankheiten wie idiopathischen Lungenfibrosen. Ziel der Allianz ist die Erforschung von Pathomechanismen und spezifischen Signalwegen, die Angriffspunkte für zukünftige Therapien sein könnten. Ferner sollen neue Behandlungsmöglichkeiten, mit denen sich diese Pfade modulieren lassen, um eine zunehmende Verschlechterung der Lungenfunktion zu verhindern, identifiziert werden. Bayer erhält eine Option zur exklusiven Nutzung der Ergebnisse dieser Kooperation.

Beispiele wesentlicher F&E-Kollaborationen finden Sie in der folgenden Tabelle:

Wesentliche Kollaborationen

Partner

 

Ziel der Kooperation

Broad Institute

 

Strategische Partnerschaft zur Erforschung und Entwicklung neuer Therapieoptionen auf dem Gebiet der Kardiologie und Onkologie und Gründung eines gemeinsamen Forschungslabors

Compugen Ltd.

 

Erforschung und Entwicklung neuer Ansätze im Bereich der Immuntherapie für die Onkologie

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

 

Strategische Partnerschaft zur Erforschung und Entwicklung neuer Therapieoptionen auf dem Gebiet der Onkologie, insbesondere der Immuntherapie, und Gründung eines gemeinsamen Forschungslabors

Evotec AG

 

Kollaboration zur Identifizierung von Entwicklungskandidaten für die Behandlung von Endometriose und Nierenerkrankungen

Haplogen GmbH

 

Forschungskollaboration auf dem Gebiet von Lungenerkrankungen wie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)

Ionis Pharmaceuticals, Inc.

 

Entwicklung des Antisense-Wirkstoffs IONIS-FXIRx zur Prävention von Thrombosen und Entwicklung von IONIS-FXI-LRx in der präklinischen Phase

Janssen Research & Development, LLC of Johnson & Johnson

 

Entwicklung und Vermarktung von Xarelto™ (Rivaroxaban) zur Behandlung von Gerinnungsstörungen

Kyoto University

 

Forschungskollaboration zur Erforschung neuer Ansätze zur Behandlung von Lungenkrankheiten

Loxo Oncology Inc.

 

Entwicklung und Vermarktung von Larotrectinib (LOXO-101, Handelsname: Vitrakvi™) zur Behandlung von Krebspatienten mit einer Fusion des NTRK-Gens und LOXO-195 zur Behandlung von Patienten mit Krebstypen, die eine Resistenz gegen eine initiale TRK-Therapie wie Larotrectinib erworben haben

MD Anderson Cancer Center

 

Entwicklungskollaboration auf dem Gebiet der Onkologie

Merck & Co., Inc.

 

Entwicklungs- und Vermarktungskollaboration auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase (sGC)

Orion Corporation

 

Entwicklung und Vermarktung von Darolutamid (bisher ODM-201) zur Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs

Peking University

 

Forschungskollaboration und Gründung eines Forschungszentrums für gemeinsame Projekte

PeptiDream Inc.

 

Wirkstoffforschung in verschiedenen Therapiegebieten und Klassen von Zielstrukturen mithilfe der „Peptide Discovery Platform System“-Technologie von PeptiDream

Tsinghua University

 

Forschungskollaboration und Gründung eines Forschungszentrums für gemeinsame Projekte

Ultragenyx Pharmaceuticals

 

Erforschung und Entwicklung einer neuartigen Gentherapie zur Behandlung der Hämophilie A

University of Oxford

 

Strategische Forschungspartnerschaft bei der Entwicklung neuartiger Therapien in der Frauenheilkunde

Vanderbilt University Medical Center

 

Strategische Forschungsallianz zur Identifizierung und Entwicklung neuer potenzieller Wirkstoffe zur Behandlung von Nierenerkrankungen

Wilmer Eye Institute of Johns Hopkins University

 

Erforschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel für schwere Erkrankungen des hinteren Augenabschnitts

X-Chem, Inc.

 

Wirkstoffforschung in verschiedenen Therapiegebieten und Klassen von Zielstrukturen

Vergleich zum Vorjahr