Umweltschutz

Unsere Verantwortung für den Schutz der Umwelt nehmen wir auf vielfältige Weise wahr: Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Belastungen für die Umwelt durch unsere Geschäftstätigkeit zu verringern und Produktlösungen zu entwickeln, die der Umwelt zugutekommen. Für uns ist der ressourcenschonende und emissionsarme Umgang mit Rohstoffen und Energie sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll und effizient. Diese Maßnahmen dienen der Entlastung der Umwelt und senken gleichzeitig die Kosten für Material, Energie, Emissionen und Entsorgung. Auch als reines Life-Science-Unternehmen engagieren wir uns für den Klimaschutz.

Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen sind auf Konzernebene u. a. durch Konzernregelungen sowie Ziele und Leistungskennzahlen festgelegt. Mithilfe zertifizierter HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. -Managementsysteme regeln wir die operative Umsetzung. Unsere ökologischen Standards gelten dabei weltweit.

In unserem Engagement gehen wir über gesetzliche Vorgaben hinaus. Bei Investitionsvorhaben von mehr als 10 Mio. € nehmen wir eine freiwillige ökologische Beurteilung vor. Im Rahmen der Integration wird die entsprechende Konzernregelung auch auf das akquirierte Agrargeschäft übertragen. Bei Unternehmenszukäufen überprüfen wir, ob an den Produktionsstandorten die geltenden Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen sowie grundlegende Arbeitnehmerrechte eingehalten werden.

Mit dem akquirierten Agrargeschäft hat Bayer auch 162 Umweltrelevante Standorte sind Bayer-Standorte mit einem jährlichen Netto-Energieverbrauch über 1,5 Terajoule. übernommen, die ab dem 7. Juni 2018 (Closing) auch in unsere Umweltkennzahlen einfließen. Dadurch erhöhen sich fast alle Umweltkennzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich.

Energieeinsatz

Gesamtenergieeinsatz durch Einbeziehung des akquirierten Agrargeschäfts gestiegen

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Gesamtenergieeinsatz des Bayer-Konzerns um 53,4 % auf 39,6 Petajoule. Mit der Übernahme von Monsanto hat Bayer neben Standorten für die Saatgutproduktion auch eine Rohstoffgewinnung für die Herstellung von Pflanzenschutzmittelvorprodukten übernommen, mit der eine energieintensive Aufbereitung und Weiterverarbeitung verbunden sind. Durch die Integration dieser Stufen der Wertschöpfungskette steigen alle Kennzahlen zum Energieeinsatz deutlich.

Beim Gesamtenergieeinsatz unterscheiden wir zwischen dem Primär- und dem Sekundärenergieeinsatz. Zum Primärenergieeinsatz zählen meist fossile Energieträger für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf für die Eigennutzung sowie für den Verkauf an andere Unternehmen. Der Sekundärenergieeinsatz umfasst zum einen den Zukauf von Strom, Dampf und Kälte an unseren Standorten weltweit und zum anderen den Anteil, der von unserem Dienstleister Currenta an den Chemparks in Deutschland für andere Unternehmen bereitgestellt wird. Der Anteil erneuerbarer Energien wird durch den jeweiligen Energiemix unserer Energieversorger bestimmt. In unserem aktuellen Bericht an CDP ist eine Non-Profit-Organisation, die im Auftrag institutioneller Anleger jährlich umfassende Umweltdaten, insbesondere zu Treibhausgas-Emissionen (CDP-Climate) und Wassermanagement (CDP-Water), von rund 2.400 Unternehmen weltweit erhebt und bewertet. Laut CDP beziehen gegenwärtig mehr als 650 Investoren mit einem Fondsvermögen von insgesamt rund 87 Billionen US-Dollar die Informationen in ihre Investitionsentscheidungen mit ein. (vormals Carbon Disclosure Project) nehmen wir zu diesen Themen detailliert Stellung (schließt das akquirierte Agrargeschäft noch nicht ein).

Energieeinsatz

 

 

2017

 

2018

 

 

in TJ

 

in TJ

Vorjahreswerte angepasst

1

Flüssigbrennstoffe umfassen u. a. Heizöl sowie Kraftstoffe, die in der Bayer-Fahrzeugflotte eingesetzt werden. Die Berechnung des Kraftstoffanteils der Fahrzeugflotte des akquirierten Agrargeschäfts weicht von der der übrigen Konzern-Fahrzeugflotte ab. Eine Harmonisierung der Berechnung soll 2019 erfolgen.

2

Zum Beispiel Wasserstoff

3

Unsere Servicegesellschaft Currenta betreibt an den Chemparks in Deutschland eigene Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke mit hoher Energieeffizienz und verkauft den erzeugten Strom und Dampf sowie zusätzlich erzeugte Kälte überwiegend an andere Unternehmen mit energieintensiver Produktion. Durch die Verrechnung mit den von uns bezogenen Mengen können die Summen negativ werden.

4

Der Anteil der verschiedenen Primärenergieträger am eingesetzten Strom ist abhängig vom jeweiligen nationalen Strommix.

Primärenergieeinsatz

 

35.457

 

43.928

Erdgas

 

22.332

 

26.187

Kohle

 

10.618

 

10.606

Flüssigbrennstoffe1

 

230

 

3.491

Abfall

 

539

 

985

Andere2

 

1.738

 

2.660

Sekundärenergieeinsatz3

 

−9.625

 

−4.300

Strom3,4

 

4.281

 

9.540

Dampf3

 

−19.271

 

−19.249

Dampf aus Abwärme (Prozesswärme)

 

6.274

 

6.711

Kälte3

 

−909

 

−1.302

Gesamtenergieeinsatz

 

25.832

 

39.628

Energieeffizienz

Bayer berichtet die Energieeffizienz als Verhältnis der eingesetzten Energie zum Außenumsatz. Für 2018 berichten wir die Energieeffizienz erstmals einschließlich des akquirierten Agrargeschäfts, wodurch sich die Kennzahl deutlich erhöht.

Energieeffizienz

in kWh / T € Außenumsatz

 

2017

 

2018

Vorjahreswerte angepasst

Energieeffizienz

 

205

 

278

Emissionen in die Luft

Klimaschutz

Emissionen in die Luft stammen bei Bayer größtenteils aus der Erzeugung und dem Verbrauch von Strom, Dampf und Hilfsenergien für die Herstellung unserer Produkte sowie der Fahrzeugflotte.

Seit Jahrzehnten hat Klimaschutz bei Bayer Priorität. Wie in den Vorjahren berichtet, konnten wir unsere absoluten Treibhausgas-Emissionen zwischen 1990 und 2015 aufgrund von Produktions- und Prozessinnovationen reduzieren. Dies gelang trotz gleichzeitiger Produktionssteigerungen, insbesondere in der energieintensiven Kunststoffsparte. Nach der strategischen Neuausrichtung haben wir unsere absoluten Treibhausgas-Emissionen als Life-Science-Unternehmen zwischen 2015 und 2018 noch einmal um 26,8 % gesenkt (ohne Currenta und ohne das akquirierte Agrargeschäft).

Im Zuge der Integration des akquirierten Agrargeschäfts überarbeiten wir derzeit unser Klimaprogramm und wollen zukünftig auf mehreren Ebenen positive Beiträge zum Klimaschutz und zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels leisten. Zu unserem holistischen Ansatz gehören auch Initiativen, die sich auf die Emissionsminderung in Nichtproduktionsbereichen richten. Hierzu zählen für uns u. a. unsere Fahrzeugflotte, die Optimierung der Logistik und die Weiterentwicklung unserer Informations- und Kommunikationstechnologien unter Umweltgesichtspunkten (Green-IT).

Transparenz bei Treibhausgas-Emissionen

Bei der Auswahl und Messung der Treibhausgas(THG)-Emissionen berücksichtigen wir Empfehlungen des GHG-Protokoll (Greenhouse Gas Protocol) ist ein internationales Berechnungsinstrument zur Erfassung, Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasen entlang der Wertschöpfungskette. Hierbei richtet sich Bayer nach dem „Corporate Standard“ für die direkt (Scope 1) und indirekt erzeugten (Scope 2) Treibhausgas-Emissionen sowie nach dem „Corporate Value Chain Accounting and Reporting Standard“ (Scope 3), der weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette umfasst. Zu den indirekten (Scope 2) Treibhausgas-Emissionen gibt es eine duale Berichterstattung, wobei diese sowohl nach der standortbezogenen (location-based) als auch der marktorientierten (market-based) Methode berichtet werden. Die standortbezogene Methode nutzt die regionalen oder nationalen durchschnittlichen Emissionsfaktoren, die marktorientierte Methode hingegen berücksichtigt die in den Nachweisinstrumenten enthaltenen anbieter- oder produktspezifischen Emissionsfaktoren. (GHG-Protokoll). Die direkten Emissionen aus eigenen Kraftwerken, Fahrzeugen, Abfallverbrennungs- und Produktionsanlagen (Scope 1) sowie die indirekten Emissionen aus dem Bezug von Strom, Dampf und Kälte (Scope 2) werden an allen umweltrelevanten Standorten erhoben.

Gemäß GHG-Protokoll werden die indirekten Emissionen (Scope 2) sowohl nach der standortbezogenen als auch nach der marktorientierten Methode angegeben.

Durch die erstmalige Einbeziehung der Emissionsdaten des akquirierten Agrargeschäfts steigen alle Emissionen des Bayer-Konzerns im Vergleich zum Vorjahr erheblich.

Treibhausgas-Emissionen

in Mio. t CO2-Äquivalenten

 

2017

 

2018

Vorjahreswerte angepasst

1

2018 bestanden 94,9 % der direkten Treibhausgas-Emissionen aus CO2. Andere Treibhausgase wie z. B. Lachgas, teilfluorierte Kohlenwasserstoffe oder Methan trugen nur geringfügig zu den direkten Treibhausgas-Emissionen bei.

2

Gemäß GHG-Protokoll berichten wir auch die direkten Emissionen unserer Servicegesellschaft Currenta, die Energie auch für andere Firmen in den deutschen Chemparks Leverkusen, Uerdingen und Dormagen erzeugt. Die direkten Emissionen des Bayer-Konzerns liegen dadurch höher als die Emissionen, die sich aus der reinen Geschäftstätigkeit von Bayer ohne Currenta ergeben.

3

Die Berechnung der direkten CO2-Emissionen aus der Fahrzeugflotte des akquirierten Agrargeschäfts weicht 2018 von der der übrigen Konzern-Fahrzeugflotte ab. Eine Harmonisierung der Berechnung soll 2019 erfolgen.

4

Typischerweise bestehen energiebedingte Treibhausgas-Emissionen zu 98 % aus CO2. Den Rest machen Methan und Lachgas aus. Daher beschränken wir uns bei der Berechnung der indirekten Emissionen auf diese Treibhausgase und weisen alle Emissionen in CO2-Äquivalenten aus.

5

Für Bayer spiegelt die marktorientierte Methode des GHG-Protokolls die Angabe der Emissionswerte für Scope-2-Emissionen und den Erfolg von Emissionsreduktionsmaßnahmen am verlässlichsten wider. Für die Berechnungen der gesamten und spezifischen Treibhausgas-Emissionen haben wir daher die nach dieser Methode berechneten Emissionsvolumina verwendet.

6

Die spezifischen Konzernemissionen errechnen sich aus der Gesamtmenge an direkten und nach der marktorientierten Methode des GHG-Protokolls berechneten indirekten Emissionen (Scope 2), dividiert durch den Außenumsatz. Von den direkten und indirekten Emissionen werden dabei die Mengen abgezogen, die aus Energielieferungen an dritte Firmen stammen.

Direkte Emissionen1,2,3

 

2,50

 

3,90

Indirekte Emissionen4 nach der standortbezogenen Methode

 

1,28

 

1,64

Indirekte Emissionen4 nach der marktorientierten Methode5

 

1,13

 

1,55

Gesamte Treibhausgas-Emissionen nach der marktorientierten Methode5

 

3,63

 

5,45

Spezifische Treibhausgas-Emissionen (kg CO2e / T € Außenumsatz), marktorientierte Methode5,6

 

104

 

138

2018 nahm der Bayer-Konzern mit insgesamt 13 Anlagen am europäischen Emissionshandel teil. Die CO2-Emissionen dieser Anlagen beliefen sich auf ca. 2,27 Mio. t.

Mit dem GHG-Protokoll „Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting & Reporting Standard“ wird das Reporting für alle relevanten indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette verbindlich geregelt. Bayer hat acht wesentliche Scope-3-Kategorien identifiziert, die wir im aktuellen CDP-Bericht ausführlich darstellen (ohne akquiriertes Agrargeschäft und Currenta).

Effiziente Logistikkonzepte

Transportwege

Transportwege (Tortendiagramm)

ohne das akquirierte Agrargeschäft

Logistik bei Bayer umfasst neben Transport und Lagerhaltung von Waren die Steuerung und Kontrolle der Güterflüsse und Logistikdaten für den Konzern. Das akquirierte Agrargeschäft wird bis zum Abschluss der Integration weiterhin eigene Systeme und Prozesse nutzen. Daher beziehen sich die folgenden Angaben sowie die Daten zu den Transportwegen nur auf Bayer ohne das akquirierte Agrargeschäft.

Unter Einbeziehung von digitalen Technologien arbeiten wir kontinuierlich an der Entwicklung von Logistikkonzepten, die Sicherheits- und Umweltaspekte sowie Kosten berücksichtigen. Zu den Schwerpunkten im ökologischen Bereich gehört die Reduzierung der CO2-Emissionen, bspw. durch eine Verringerung der Lufttransporte sowie die Nutzung von Logistikkonzepten, die Schienen- und Wasserwege einbeziehen.

Weitere direkte Emissionen in die Luft gestiegen

Im Berichtsjahr stiegen durch die erstmalige Einbeziehung der Standorte des akquirierten Agrargeschäfts die Staubemissionen deutlich von 60 t auf 2.370 t. Dies resultiert zum einen aus der Förderung und Aufbereitung von Rohstoffen für Pflanzenschutzmittelvorprodukte, zum anderen fallen bei der Saatgutproduktion (Mais und Soja) größere Mengen Staub an.

Der Anstieg der Emissionen von Kohlenstoffmonoxid (CO) sowie der flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan („Volatile Organic Compounds“, VOC) ist im Wesentlichen auf die Einbeziehung der Fahrzeugflotte des akquirierten Agrargeschäfts zurückzuführen.

Weitere direkte Emissionen in die Luft

 

 

2017

 

2018

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

Vorjahreswerte angepasst

1

Ozonabbauende Substanzen, Ozone Depleting Substances (ODS), in CFC-11-Äquivalenten

2

Flüchtige organische Verbindungen, Volatile Organic Compounds (VOC), ohne Methan

ODS1

 

0,0085

 

0,0093

VOC2

 

0,87

 

1,41

CO

 

0,61

 

4,42

NOX

 

1,52

 

4,36

SOX

 

0,92

 

1,36

Staub

 

0,06

 

2,37

Umweltereignisse

Im Berichtsjahr kam es zu zwei Umweltereignissen (2017: zwei) – also Vorkommnissen, bei denen es zum Austritt von Stoffen in die Umwelt kam. Faktoren für die Berichtspflicht sind insbesondere die Art und Menge des Stoffs, die entstandene Schadenshöhe oder etwaige Folgen für die Anwohner. Gemäß unserer internen Selbstverpflichtung berichten wir bei austretenden Stoffen mit einem hohen Gefährdungspotenzial ab einer Menge von 100 kg. Bei beiden Umweltereignissen handelt es sich gleichzeitig um Transportereignisse. Bedauerlicherweise kam es bei einem Ereignis zu einem Todesfall. Details zu den Umwelt- und Transportereignissen 2018 finden Sie auf unserer Nachhaltigkeitswebsite.

Wasser

Der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser ist fester Bestandteil unseres Engagements für Nachhaltigkeit. Sauberes Wasser in ausreichenden Mengen ist eine Voraussetzung für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Deshalb ist es entscheidend, dass industrielle Wassernutzung auch künftig nicht zu lokalen Problemen führt, wie z. B. Wasserknappheit für die Bevölkerung in den Einzugsgebieten unserer Produktionsstandorte. Daher verpflichten wir uns in unserer Position zum Thema Wasser zur Einhaltung internationaler Vorgaben sowie nationaler und lokaler Gesetze, um die Ressource Wasser zu schützen, möglichst sparsam zu verwenden und Emissionen in das Wasser weiter zu reduzieren. An unseren Standorten in wasserarmen bzw. von Wasserknappheit bedrohten Regionen haben wir ein Wassermanagement eingeführt. Für 2019 planen wir diesbezüglich die Überprüfung der Produktionsstandorte unseres akquirierten Agrargeschäfts.

In unserer Water-Stewardship-Strategie adressieren wir vielfältige Faktoren rund um das Thema Wasser: von der operativen Wassernutzung über innovative Produkte, wie z. B. Saatgut, das mit weniger Wasser auskommt, bis hin zu unserem Engagement in der Wertschöpfungskette und zur Zusammenarbeit mit Partnern. So unterstützen wir u. a. das „CEO Water Mandate“ des „UN Global Compact“, um gemeinsam mit wesentlichen Stakeholdern nachhaltige Lösungsansätze im Umgang mit Wasser zu entwickeln. In unserer jährlichen Antwort zum „CDP Water Disclosure“ berichten wir ausführlich und transparent über unser Wassermanagement. In den vergangenen Jahren wurden wir wiederholt in die „CDP Water A“-Liste (Leadership-Status) aufgenommen.

Wassereinsatz

Der Gesamtwassereinsatz betrug 2018 im Bayer-Konzern 124 Mio. m³ (2017: 98 Mio. m3). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist auf die erstmalige Einbeziehung der Standorte des akquirierten Agrargeschäfts zurückzuführen.

Etwa 42,0 % des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers wird als Kühlwasser verwendet, das sich in diesem Prozess ausschließlich erwärmt, aber nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich.

Wir sind bestrebt, an unseren Produktionsstandorten Wasser mehrfach zu nutzen und wiederaufzubereiten. An 51 Standorten, die für 52,4 % des gesamten Wassereinsatzes stehen, wird derzeit Wasser recycelt. Dies beinhaltet z. B. geschlossene Kühlwasserkreisläufe, die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder die Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Insbesondere auch an unseren neu akquirierten Produktionsstandorten werden Wassermengen mehrfach genutzt, wie z. B. in Antwerpen, Belgien, Muscatine, St. Louis und vor allem am Standort Luling, alle USA. Die Wiederverwendung entspricht rechnerisch einer 1,8-fachen Nutzung der ursprünglich bezogenen Gesamtmenge von 124 Mio. m³.

Wassernutzung im Bayer-Konzern 2018 (in Mio. m3)

Wassernutzung im Bayer-Konzern 2018 (in Mio m3) (Organigramm)

1 Zwischen dem Wasserbezug und den abgeleiteten Wassermengen ergeben sich Differenzen, die sich u. a. erklären lassen durch Wassermengen, die als Rohstoffe in Produkte einfließen, nicht näher bezifferte Verdunstungsverluste, Leckagen und Kondensatwassermengen, die aus der Nutzung von Dampf als Energieträger entstehen.
2 Summe aus Produktionsprozessen, Sanitärabwasser, Spülungen und Reinigungen in der Produktion

Abwasser

Die Gesamtmenge der Abwässer, einschließlich der Prozess- und Hygieneabwässer, betrug im Berichtsjahr 29 Mio. m3 und stieg damit um 25,2 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg ist insbesondere auf die erstmalige Einbeziehung der Standorte des akquirierten Agrargeschäfts zurückzuführen.

Alle Abwässer unterliegen einer strengen Kontrolle, bevor sie in die unterschiedlichen Entsorgungswege geleitet werden. Weltweit wurden 85,1 % aller Abwässer in einer Abwasserbehandlungsanlage von Bayer oder Dritten gereinigt. Der Rest wurde nach sorgfältiger Prüfung entsprechend behördlichen Vorgaben als umweltverträglich eingestuft und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

Wir wollen unsere Emissionen in das Wasser so gering wie möglich halten. Daher nutzten wir im Berichtsjahr auch alternative Wege für die Entsorgung von produkthaltigem Abwasser, wie Verbrennung, Destillierung oder chemische Behandlung.

2018 stiegen die meisten Emissionen in das Wasser aufgrund der erstmaligen Erfassung der Standorte des akquirierten Agrargeschäfts, aber auch durch genauere Erfassungsmethoden am Standort Kansas City, USA, und Produktionsanpassungen am Standort Dormagen, Deutschland.

Emissionen ins Wasser

 

 

2017

 

2018

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

1

Total Organic Carbon (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff)

2

Chemischer Sauerstoffbedarf, rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOC x 3 = CSB)

Phosphor

 

0,04

 

0,18

Stickstoff

 

0,40

 

0,45

TOC1

 

0,39

 

0,62

Schwermetalle

 

0,0019

 

0,0034

Anorganische Salze

 

188

 

169

CSB2

 

1,17

 

1,86

Abfall und Recycling

Durch systematisches Abfallmanagement wollen wir Materialverbräuche und Entsorgungsmengen auf einem möglichst geringen Niveau halten. Dazu tragen nach Abfallarten getrennte, sichere Entsorgungswege und ökonomisch sinnvolle Recyclingverfahren bei. Einfluss auf die Abfallmengen und Verwertungswege haben außerdem Produktionsschwankungen und Sanierungsarbeiten an Gebäuden und auf Betriebsgeländen. Entsprechend den Konzernregelungen sind alle Produktionsstandorte verpflichtet, Abfälle zu vermeiden, zu recyceln, zu reduzieren sowie sicher und umweltgerecht zu entsorgen.

Abfallmengen leicht gesunken

Die Gesamtmenge des erzeugten Abfalls ist 2018 leicht um 3,3 % gesunken.

Die Menge des gefährlichen Abfalls sank um 13,3 %, was hauptsächlich auf den Abschluss der Abrissarbeiten am Standort Belford Roxo, Brasilien, zurückzuführen ist. Die Menge an gefährlichem Abfall aus der Produktion sank um rund 6,9 %, im Wesentlichen bedingt durch Änderungen im Produktionsportfolio am Standort Dormagen, Deutschland.

Die Menge des nicht gefährlichen Abfalls stieg hingegen im Vergleich zum Vorjahr um 10,3 %, was vor allem auf die erstmalige Einbeziehung der neu akquirierten Standorte zurückzuführen ist.

Erzeugter Abfall

 

 

2017

 

2018

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

Vorjahreswerte angepasst

1

Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Gesamtabfallerzeugung

 

846

 

818

davon nicht gefährlicher Abfall

 

361

 

398

davon gefährlicher Abfall1

 

485

 

421

davon gefährlicher Abfall aus der Produktion

 

417

 

388

Die Menge der entsorgten Abfälle ist entsprechend der geringeren erzeugten Abfallmenge um 2,6 % gesunken. Dabei konnte die Menge an gefährlichem Abfall zur Entsorgung auf einer Deponie um 33,1 % reduziert werden. 35,9 % des entsorgten Abfalls konnten wiederverwendet werden.

Abfall nach Entsorgungsart

 

 

2017

 

2018

 

 

in 1.000 t

 

in 1.000 t

Vorjahreswerte angepasst

1

Abfälle können auch an Standorten zwischengelagert werden. Deshalb kann die Menge der entsorgten Abfälle leicht unterschiedlich zu der Menge der von Bayer erzeugten Abfälle sein.

2

Als Verwertung sind Verfahren zu verstehen, bei denen Abfälle wiederverwertet oder einem Recycling zugeführt werden.

3

Zum Beispiel Abgabe an Dritte (Provider / Entsorgungsdienstleister)

4

Nur von Bayer erzeugter Abfall, Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Gesamtmenge entsorgten Abfalls1

 

840

 

818

davon zur Deponie

 

314

 

212

davon zur Verbrennung

 

211

 

227

davon zur Verwertung2

 

214

 

293

Andere3

 

102

 

86

davon entsorgter gefährlicher Abfall4

 

485

 

421

davon zur Deponie

 

99

 

66

davon zur Verbrennung / Verwertung

 

386

 

354

Recycling

Bei einem Großteil unserer Materialien sind Wiederverwertung und Aufbereitung aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht möglich, insbesondere bei Arznei- und Pflanzenschutzmitteln. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens nutzen wir in unseren Segmenten Möglichkeiten für die Wiederverwertung. Produktionsbezogenes sowie stoffbezogenes Recycling erfolgt individuell nach den Vorgaben des jeweiligen Produktionsstandorts. Das Recycling von Verpackungsmaterialien erfolgt gemäß den nationalen Bestimmungen im Rahmen der landesspezifischen Infrastruktur für die Entsorgung von Abfällen.

Vergleich zum Vorjahr