Ertragslage Bayer AG

Gewinn- und Verlustrechnung Bayer AG nach HGB

 

 

2017

 

2018

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

Umsatzerlöse

 

14.730

 

14.647

Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

 

−7.914

 

−8.219

Bruttoergebnis vom Umsatz

 

6.816

 

6.428

Vertriebskosten

 

−3.898

 

−4.509

Forschungs- und Entwicklungskosten

 

−2.186

 

−2.331

Allgemeine Verwaltungskosten

 

−908

 

−1.056

Sonstige betriebliche Erträge

 

85

 

268

Sonstige betriebliche Aufwendungen

 

−102

 

−115

Operatives Ergebnis

 

−193

 

−1.315

Beteiligungsergebnis

 

5.794

 

4.739

Zinsergebnis

 

−369

 

−562

Übrige finanzielle Aufwendungen und Erträge

 

−354

 

−511

Finanzergebnis

 

5.071

 

3.666

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

 

−335

 

−234

Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss

 

4.543

 

2.117

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr

 

 

498

Einstellung in andere Gewinnrücklagen

 

−1.643

 

−4

Bilanzgewinn

 

2.900

 

2.611

Ergebnisrückgang beeinflusst durch Restrukturierungsmaßnahmen

Der Umsatz der Bayer AG bewegte sich mit 14,6 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres (14,7 Mrd. €). Mit rund 8,5 Mrd. € erzielte Pharmaceuticals einen leichten Anstieg, während Crop Science einen Rückgang auf 6,0 Mrd. € (Vorjahr: 6,1 Mrd. €) verzeichnete. Im nicht divisionalen Bereich wurde unverändert 0,1 Mrd. € umgesetzt.

Bei Pharmaceuticals war Xarelto™ mit 2,5 Mrd. € weiterhin das mit Abstand umsatzstärkste Produkt. Im Übrigen stiegen die Umsätze u. a. von Adempas™ (+159 Mio. €), Glucobay™ (+114 Mio. €) und Aspirin™ Cardio (+103 Mio. €) bei Umsatzrückgängen von Adalat™ (−144 Mio. €), Levitra™ (−37 Mio. €) und Ciprobay™ (−36 Mio. €). Vom gesamten Umsatz entfielen 91 % auf Geschäfte mit Konzerngesellschaften und 9 % auf solche mit Dritten.

Der leicht rückläufige Umsatz bei Crop Science war im Wesentlichen auf die Divestments an die BASF zurückzuführen. Rückgängen, u. a. bei Herbiziden von 95 Mio. € und SeedGrowth von 21 Mio. €, standen positive Entwicklungen bei Insektiziden (+79 Mio. €) und Fungiziden (+36 Mio. €) gegenüber. Kostenerstattungen durch andere Konzerngesellschaften sanken um 70 Mio. €. Aus regionaler Sicht war für den Umsatzrückgang die Region Nordamerika mit 0,3 Mrd. € verantwortlich. Erholt gegenüber dem Vorjahr zeigte sich insbesondere Lateinamerika mit einem Zuwachs um 0,1 Mrd. €. Das Hauptgeschäft entfiel zu 96 % auf das Innengeschäft mit Bayer-Gesellschaften.

Die Herstellungskosten erhöhten sich auf 8,2 Mrd. €, im Wesentlichen durch Aufwendungen von 320 Mio. € für die im Berichtsjahr initiierten Restrukturierungsmaßnahmen. Nach Abzug der Herstellungskosten vom Umsatz verblieb ein Bruttoergebnis von 6,4 Mrd. € (Vorjahr: 6,8 Mrd. €) bzw. 44 % (Vorjahr: 46 %). Dabei stand einer Bruttomarge von 57 % (Vorjahr: 58 %) bei Pharmaceuticals eine solche von 31 % (Vorjahr: 34 %) bei Crop Science gegenüber. Die Vertriebskosten stiegen um 611 Mio. € auf 4,5 Mrd. €, im Wesentlichen aufgrund eines um 402 Mio. € höheren Pachtzinses aus der Betriebsverpachtung der Bayer Pharma AG und der Bayer CropScience AG an die Bayer AG. Neben dem Pachtzins beinhalteten die Vertriebskosten vor allem Lizenzzahlungen von 3,3 Mrd. €, davon 2,3 Mrd. € an die Bayer Intellectual Property GmbH für die Nutzung von Patenten, Marken und sonstigem geistigen Eigentum. Die Forschungs- und Entwicklungskosten enthielten 287 Mio. € für Restrukturierungsmaßnahmen und stiegen daher um 145 Mio. € auf 2,3 Mrd. €. Auf Pharmaceuticals entfallen hiervon 1,6 Mrd. € (+90 Mio. €) und auf Crop Science 0,5 Mrd. € (+56 Mio. €). Die Kosten der allgemeinen Verwaltung von 1,1 Mrd. € liegen insbesondere aufgrund höherer Entgelte um 148 Mio. € über dem Vorjahr. Aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ergab sich im Berichtsjahr ein positiver Saldo von 153 Mio. € (Vorjahr: negativer Saldo von 17 Mio. €). Maßgeblich wirkten sich hier erhaltene konzerninterne Ausgleichszahlungen für die Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der außerplanmäßigen Abschreibung des neu errichteten Faktor-VIII-Betriebs in Wuppertal aus.

Insgesamt wurde im Berichtsjahr ein gegenüber dem Vorjahr um 1.122 Mio. € deutlich höherer Verlust von 1.315 Mio. € (Vorjahr: −193 Mio. €) erzielt, der maßgeblich durch Sonderbelastungen aus den initiierten Restrukturierungsmaßnahmen und höheren Aufwendungen für die Betriebspacht beeinflusst war.

Das Beteiligungsergebnis lag mit 4.739 Mio. € um 1.055 Mio. € unter dem des Vorjahres. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere um 667 Mio. € auf 152 Mio. € (Vorjahr: 819 Mio. €) gesunkene Beteiligungserträge und ein mit 1.337 Mio. € (Vorjahr: 2.245 Mio. €) um 908 Mio. € niedrigeres Organergebnis. Der Rückgang bei den Beteiligungserträgen betraf im Wesentlichen die Bayer Hispania, S. L., Spanien, die nach 591 Mio. € im Vorjahr im Berichtsjahr keine Dividende zahlte. Zudem wurde von der Covestro AG aufgrund der gesunkenen Aktienzahl eine Ausschüttungssumme von nur noch 63 Mio. € (Vorjahr: 146 Mio. €) vereinnahmt. Das rückläufige Organergebnis war maßgeblich durch eine geringere Gewinnübernahme von der Bayer Pharma AG (1.438 Mio. € nach 2.248 Mio. € im Vorjahr) geprägt. Nach Übernahme der operativen Tätigkeiten durch die Bayer AG wird deren Ergebnis vor allem aus Beteiligungserträgen, dem Ergebnis aus der Betriebsverpachtung sowie aus konzerninternen Finanzierungsmaßnahmen gespeist. Unter Vorjahr lagen auch die übernommenen Ergebnisse unserer Immobiliengesellschaft Bayer Real Estate GmbH (30 Mio. € nach 130 Mio. €) sowie der Siebte Bayer VV GmbH, die regelmäßige Dividenden einer US-Tochtergesellschaft erhält, die für die Bayer Health Care LLC das US-Export-Geschäft abwickelt (6 Mio. € nach 94 Mio. € im Vorjahr). Ein deutlich geringerer Verlust von 127 Mio. € musste bei der Bayer Business Services GmbH ausgeglichen werden, die im Vorjahr aufgrund von Projektkosten noch einen Verlust von 201 Mio. € erzielte. Aus der Veräußerung von Anteilen an der Covestro AG wurden 2018 Gewinne in Höhe von 3.314 Mio. € (Vorjahr: 2.720 Mio. €) erzielt.

Der Zinsaufwandssaldo ist von 369 Mio. € auf 562 Mio. € gestiegen. Maßgeblich für den Anstieg war vor allem ein um 847 Mio. € auf 677 Mio. € gestiegener Nettoaufwand (Vorjahr: 170 Mio. € Nettoertrag) aus der Aufzinsung längerfristiger Rückstellungen, vor allem für Pensionen, sowie aus der Bewertung des Deckungsvermögens. Gründe für den höheren Aufwand waren gestiegene zinsbedingte versicherungsmathematische Verluste auf der Verpflichtungs- sowie eine negative Wertentwicklung auf der Vermögensseite. Ein höherer negativer Zinssaldo fiel mit 291 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) auch gegenüber Kreditinstituten an. Er steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Monsanto-Finanzierung. Aus dem gleichen Grund ist der Zinssaldo mit Gesellschaften des Konzerns deutlich verbessert. Nach Nettozinsaufwendungen in Höhe von 246 Mio. € im Vorjahr wurde im Berichtsjahr per Saldo ein Zinsertrag von 204 Mio. € erzielt. Eine Verbesserung des Zinsergebnisses resultierte auch aus Sicherungsgeschäften im Zusammenhang mit der Finanzierung des Monsanto-Erwerbs, die bei ihrer Fälligkeit im Mai bzw. Juni des Berichtsjahres zu Erträgen von 368 Mio. € führten. Der verbliebene Zinsaufwandssaldo von 166 Mio. € (Vorjahr: 290 Mio. €) entfiel mit 169 Mio. € (Vorjahr: 186 Mio. €) auf Zinsen aus Anleihen, mit 28 Mio. € (Vorjahr: 109 Mio. €) auf Zinsswaps und -optionen sowie mit Erträgen von 31 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) auf sonstige Sachverhalte.

Der Saldo aus übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen lag im Berichtsjahr mit −511 Mio. € unter Vorjahr, das mit −354 Mio. € abschloss. Vor allem Wertberichtigungen von 459 Mio. € auf die jetzt unter den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesenen Anteile an der Covestro AG trugen hierzu bei. Ergebnisbelastend waren auch im Zusammenhang mit der Publikumskapitalerhöhung im Juni 2018 angefallene Gebühren von 97 Mio. € sowie 50 Mio. € aufgrund der Ausbuchung von der Bayer AG gehaltener Monsanto-Aktien anlässlich der übernahmebedingten Einziehung der Aktien. Gegenläufig wirkte ein deutlich um 289 Mio. € auf 77 Mio. € (Vorjahr: −212 Mio. €) verbessertes Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung. Es wurden mit 138 Mio. € zudem um 83 Mio. € geringere Bankgebühren für Kreditlinien aufgewendet, hiervon 126 Mio. € (Vorjahr: 210 Mio. €) im Zusammenhang mit der Finanzierung des Monsanto-Erwerbs. Ergebnisverbessernd wirkten sich auch um 76 Mio. € geringere Pensionsaufwendungen (ohne den im Zinsergebnis ausgewiesenen Zinsanteil) für die bei der Bayer AG nach Ausgliederung des operativen Geschäfts in den Jahren 2002 und 2003 verbliebenen Pensionäre aus.

Insgesamt wurde im Berichtsjahr mit 2.351 Mio. € ein Gewinn vor Ertragsteuern erzielt, der um 2.527 Mio. € unter dem Vorjahresgewinn von 4.878 Mio. € lag. Nach Abzug der Steuern in Höhe von 234 Mio. € (Vorjahr: 335 Mio. €) verblieb ein Jahresüberschuss von 2.117 Mio. € (Vorjahr: 4.543 Mio. €). Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr von 498 Mio. € und einer Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen von 4 Mio. € ergab sich ein Bilanzgewinn von 2.611 Mio. €.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 26. April 2019 vorschlagen, den Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende von 2,80 € je Aktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital zu verwenden.

Vergleich zum Vorjahr