Überblick über den Geschäftsverlauf

Wesentliche Ereignisse

Bei der Umsetzung unserer strategischen Ziele haben wir im Geschäftsjahr 2018 mit dem Vollzug der Akquisition von Monsanto entscheidende Fortschritte erzielt. Die angekündigten Portfolio-, Effizienz- und Strukturmaßnahmen im Rahmen des Programms Bayer 2022 werden unsere Life-Science-Kerngeschäfte weiter stärken.

Mit dem Erwerb von 100 % der ausstehenden Aktien der Monsanto Company mit Sitz in St. Louis, Missouri, USA, (Monsanto) schloss Bayer am 7. Juni 2018 die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte ab.

Im Zusammenhang mit der unter Auflagen erteilten Freigabe der Europäischen Kommission von März 2018 vereinbarte Bayer mit der BASF SE am 26. April 2018 den Verkauf des weltweiten Gemüsesaatgut-Geschäfts, bestimmter Saatgutbehandlungsmittel sowie der Digital-Farming-Aktivitäten von Bayer für rund 1,7 Mrd. €. Diese Vereinbarung ergänzte den bereits im Oktober 2017 geschlossenen Vertrag zwischen Bayer und BASF, bei dem u. a. die Veräußerung des weltweiten Glufosinat-Ammonium-Geschäfts und der dazugehörigen LibertyLink™-Technologie zur Herbizidtoleranz sowie wesentlicher Teile des Geschäfts mit Saatgut in Feldkulturen zu einem Basiskaufpreis von 5,9 Mrd. € vereinbart wurde. Die Veräußerungen an die BASF für alle zu veräußernden Geschäfte exklusive des Gemüsesaatgut-Geschäfts wurden am 1. August 2018 und für das Gemüsesaatgut-Geschäft am 16. August 2018 vollzogen, wodurch die zuvor auferlegte „Hold-Separate“-Verpflichtung erlosch. Der vorläufig finale Kaufpreis betrug rund 7,4 Mrd. €. Aus den Transaktionen erzielten wir einen Veräußerungsgewinn von insgesamt rund 4,1 Mrd. € vor Steuern.

Beim Abschluss der Transaktion am 7. Juni 2018 wurden die Monsanto-Anteilseigner mit 128 USD pro Aktie ausbezahlt und der Handel der Monsanto-Aktie an der New Yorker Börse eingestellt. In dem Kaufpreis von 63 Mrd. USD für die Übernahme wurde ein Nettoschuldenstand von Monsanto von rund 6 Mrd. USD berücksichtigt. Für den verbliebenen Betrag von 57 Mrd. USD sicherte sich Bayer im September 2016 bei einem Konsortium von 26 Kreditbanken eine Brückenfinanzierung. Im Geschäftsjahr 2018 konnte die Höhe der notwendigen Brückenfinanzierung, die am 7. Juni 2018 gezogen wurde, u. a. durch die folgenden Maßnahmen reduziert werden:

  • Im Januar veräußerte Bayer 10,4 % an Covestro-Aktien zum Stückpreis von 86,25 €. Hieraus resultierte ein Gesamterlös von 1,8 Mrd. €. Im Mai 2018 wurden weitere 14,2 % der Aktien zum Stückpreis von 75,50 € verkauft. Das Volumen aus dieser Transaktion belief sich auf 2,2 Mrd. €. Die Bayer AG hält lediglich noch einen 7,5 %-Anteil an Covestro, um die im Jahr 2020 fällige Umtauschanleihe zu bedienen. Diese Aktien, die als Finanzinvestition erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, hat die Bayer AG vom Bayer Pension Trust erworben, der nun keine Covestro-Aktien mehr besitzt.
  • Im April zeichnete die Republik Singapur, über eine Tochtergesellschaft, 31 Mio. neue Bayer-Aktien zu einem Bruttoemissionspreis von insgesamt 3 Mrd. €. Das entspricht einem Anteil von ca. 3,6 % des erhöhten Grundkapitals.
  • Im Juni erzielten wir im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen mit Bezugsrechten für die Bestandsaktionäre von Bayer einen Nettoemissionserlös von rund 6,0 Mrd. €. Hierzu wurden ca. 74,6 Mio. neue auf den Namen lautende Aktien (Stückaktien) mit Gewinnanteilberechtigung ab dem 1. Januar 2018 ausgegeben.
  • Im Juni 2018 begab Bayer außerdem über die Tochtergesellschaft Bayer U.S. Finance II LLC, Pittsburgh, USA, Anleihen über 15 Mrd. USD und über die Tochtergesellschaft Bayer Capital Corporation B.V., Mijdrecht, Niederlande, über 5 Mrd. €. Alle Anleihen sind von der Bayer AG garantiert.

Darüber hinaus nutzte Bayer den operativen Kapitalfluss sowie Einnahmen aus den oben genannten Desinvestitionen an die BASF, um die Brückenfinanzierung von initial 43 Mrd. USD am 7. Juni 2018 bis zum Bilanzstichtag auf 4,9 Mrd. USD zu reduzieren.

Am 27. Juli 2018 unterzeichnete Bayer die Verträge zum Verkauf des verschreibungspflichtigen Dermatologie-Geschäfts von Consumer Health. Die Übertragung des Geschäfts an LEO Pharma A / S, Ballerup, Dänemark, erfolgt in zwei Schritten. Das US-Geschäft wurde nach Erfüllung der Closing-Bedingungen am 4. September 2018 übertragen, wohingegen das restliche globale verschreibungspflichtige Dermatologie-Geschäft voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf den Käufer LEO Pharma A / S übergeht. Das zu veräußernde Portfolio umfasst verschreibungspflichtige Marken wie u. a. Advantan™, Skinoren™ und Travocort™. Der Kaufpreis betrug 58 Mio. € für das US-Geschäft und 555 Mio. € für das restliche globale Geschäft und unterliegt transaktionstypischen Anpassungsmechanismen.

Im August 2018 sprach ein Geschworenengericht in San Francisco, USA, einem Kläger einen Schadenersatz in Höhe von ca. 39 Mio. USD und einen Strafschadenersatz von 250 Mio. USD zu. Der Kläger behauptete, ein Monsanto-Produkt habe seine NHL-Erkrankung (Non Hodgkin‘s Lymphom) verursacht. Zwar wurde der Strafschadenersatz von dem Gericht später auf ca. 39 Mio. USD reduziert, aber wir halten die Entscheidung weiterhin für falsch und haben beim zuständigen Gericht Berufung eingelegt. Auf der Grundlage der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und der Einschätzungen von Aufsichtsbehörden weltweit sind wir weiterhin überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigen, uns in diesem und den weiteren Produkthaftungsverfahren zu glyphosathaltigen Produkten entschieden zur Wehr zu setzen. Die nächsten beiden Verfahren vor Geschworenengerichten sind derzeit für Februar und März 2019 vor einem Bundesgericht in San Francisco bzw. einem bundesstaatlichen Gericht in Kalifornien angesetzt. Weitere fünf Verfahren sind derzeit in Kalifornien und Missouri für das Jahr 2019 zur Verhandlung angesetzt. Die Verhandlungstermine in diesen und weiteren Verfahren können sich jedoch durch die Terminplanung und entsprechende Entscheidungen der zuständigen Gerichte noch ändern.

Für weitere Details zu diesem Verfahrenskomplex verweisen wir auf Anhangangabe „Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“

Am 29. November 2018 verkündete Bayer Portfolio- sowie Effizienz- und Strukturmaßnahmen im Rahmen des Programms „Bayer 2022“, um das Life-Science-Kerngeschäft weiter zu stärken. Portfoliomaßnahmen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, betreffen neben dem Animal-Health-Geschäft und der Veräußerung der Anteile am deutschen Standortdienstleister Currenta auch einzelne Produktkategorien des Segments Consumer Health, insbesondere Sonnenschutz und Fußpflege. Zudem soll die Kostenstruktur durch die geplanten Effizienz- und Strukturmaßnahmen deutlich verbessert werden.

Vergleich zum Vorjahr